Skip to Content

Die Zistrose ist sehr reich an Antioxidantien. Sie kann den Alterungsprozess verlangsamen und verjüngen, steigert die Immunabwehr und wirkt gegen Bakterien, Viren und Pilze. Außerdem ist sie ein wunderbares Mittel bei Infekten, Erkältungen und Grippe, bei Allergien und Hautproblemen und bei Herpes. Der Tee ist sehr basisch und hat ein umfangreiches Wirkspektrum.

Auf einen Blick
  1. Die Zistrose wird im Mittelmeerraum seit Jahrtausenden in der Volksheilkunde als Heilmittel eingesetzt.
  2. Cystus incanus ist die polyphenolreichste Heilpflanze Europas. Polyphenole gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, den stärksten bekannten Antioxidantien.

  3. Antioxidativ, die Immunabwehr steigernd, antiviral und antibakteriell, entzündungs- und pilzhemmend, hilfreich bei Allergien, Ekzemen, Hautentzündungen und Erkrankungen der Schleimhaut und der Haut wie Akne und Neurodermitis, bei Parodontose – die Wirkungen der Zistrose sind unglaublich vielfältig..

»Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen«

»Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen« lautet ein bekanntes Sprichwort. Doch im Falle der Zistrose ist es kein Kraut, sondern eine an Sträuchern wachsende Blüte, deren erstaunliche, manchmal fast schon wundersame Wirkungen vor nicht langer Zeit neu entdeckt wurden.

Die Zistrose – ein uraltes Heilmittel

Die immergrünen Sträucher haben ihre Heimat in der Mittelmeerregion, wo sie einen wichtigen Teil der Macchiavegetation bilden. Die Gattung der Zistrosen umfasst 22 Arten und eine Reihe Hybriden, zu denen die für den Menschen besonders wichtige Cystus incanus ssp. Tauricus zählt. Die sonnen- und wärmeliebenden Pflanzen bringen Blüten in verschiedenen Farben hervor.

Im Mittelmeerraum werden sie seit Jahrtausenden in der Volksheilkunde als Heilmittel eingesetzt. Auf den griechischen Inseln trinkt man traditionell den aus den Blättern zubereiteten Tee gegen Halsschmerzen, Mandelentzündung, Schnupfen und andere Erkältungssymptome.

Verwendung finden nicht nur ihre Blüten, sondern auch das Harz in ihren Blättern, von dem bereits die Bibel unter dem Namen »Myrrhe« berichtet. Auch im alten Ägypten war die Zistrose als Schönheits- und Heilmittel bekannt. Man wusste zwar damals noch nicht, dass vor allem ihre Eigenschaften als Radikalfänger (Antioxidans) für die hautglättende Wirkung verantwortlich waren, aber die Erfolge sprachen für sich. Das Harz wurde außerdem für Räucherungen verwendet.

Die Zistrose ist reich an Polyphenolen und dadurch stark antioxidativ

Cystus incanus, die Graubehaarte Zistrose, ist die polyphenolreichste Heilpflanze Europas, wie das LEFO-Institut für Lebensmittel- und Umweltforschung in Ahrensburg herausgefunden hat. Polyphenole gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, den stärksten bekannten Antioxidantien. Ihre beeindruckenden, die Vitalität und Jugendlichkeit erhaltenden Heilwirkungen sind von Rotwein und Grüntee bekannt. Die Zistrose übertrifft Rotwein um das Vierfache und Grüntee um das Dreifache. Polyphenole beugen unter anderem Darmkrebs vor. Hinzu kommen weitere wertvolle Inhaltsstoffe wie Cineol, ein Pflanzenöl, das Beschwerden bei Erkrankungen der oberen und unteren Luftwege (Nase, Rachen, Bronchien) lindert, und das Pflanzenöl Eugenol, das eine stark antibakterielle, schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung hat.

Die vielfältigen Wirkungen der Zistrose

Antioxidativ, die Immunabwehr steigernd, antiviral1 und antibakteriell2, entzündungs- und pilzhemmend3, hilfreich bei Allergien, Ekzemen, Hautentzündungen und Erkrankungen der Schleimhaut und der Haut wie Akne und Neurodermitis, bei Parodontose – die Wirkungen der Zistrose sind so umfassend, dass es sich lohnt, sich ausführlich mit ihr zu befassen. Auch eine antimutagene Wirkung, die verhindert, dass Veränderungen des Erbguts (Mutationen) entstehen, und eine krebshemmende Wirkung wurde für Polyphenole nachgewiesen.4 Noch immer werden weitere Anwendungsgebiete entdeckt.

In der Grippe und Erkältungszeit wird sie zum unerlässlichen Begleiter, wenn man sie einmal kennengelernt hat5: Das Harz, Ladanum oder Labdanum genannt, war bereits im Altertum Bestandteil von Salben. Ausgesprochen positiv reagieren auch der Magen-Darm- sowie der Urogenitaltrakt auf die Inhaltsstoffe des basisch wirkenden Zistrosenaufgusses (Tee). Der Teeaufguss entgiftet den Körper von Schwermetallbelastung und Nahrungs- und Umweltgiften6 und eignet sich zum Fasten.

Er hilft bei Pilzerkrankungen wie dem häufig unterschätzten Darmpilz Candida albicans und anderen schädlichen Mikroorganismen wie Kolibakterien und Helicobacter, der Magenschleimhautentzündung hervorruft.7 Schon eine Tasse Tee täglich erhöht die Immunabwehr deutlich.(8) Die Salbe bewährt sich bei Herpes-simplex-Viren, die sich bei Erkältung rund um Mund und Nase, bevorzugt aber auch an den Schleimhäuten festsetzen.

Wie wird die Zistrose verwendet?

Zistrose gibt es als Teekraut, Hautcreme, Salbe, Lutschtabletten (Halspastillen), Sud und Extrakt. Die innerliche Anwendung (Tee, Sud, Extrakt) steigert die Immunabwehr und kann deshalb bei den meisten Erkrankungen hilfreich sein. Äußerlich und innerlich angewendet (zum Beispiel Wickel, Waschungen, Creme) bekämpft die Zistrose Hauterkrankungen, Entzündungen, hilft bei der Wundheilung und glättet die Haut.

Die Lutschtabletten lindern Halsschmerzen, können aber auch zur allgemeinen Steigerung der Immunabwehr eingesetzt werden. Auch Gesunde profitieren zur Vorbeugung von der Pflanze. Für eine Entgiftungskur oder zur Stärkung der Immunabwehr kann etwa ein Liter Cystus-Tee pro Tag getrunken oder Cystus-Sud eingenommen werden.

Die Zubereitung von Cystustee

Die gebräuchlichste Anwendung von Cystus incanus ist das Trinken eines Aufgusses aus dem Kraut selbst. Der Cystustee hat eine goldgelbe Farbe und schmeckt aromatisch mit einer leicht bitteren, harzigen Note. Den meisten Menschen schmeckt er gut und sie können ohne Mühe mehrere Tassen trinken. Er besitzt, im Gegensatz zu Kaffee, grünem oder schwarzem Tee, keine aufputschende Wirkung und ist sehr gut bekömmlich.

Einzige »Nebenwirkung«: Die starken Farbstoffe, die sich durch das Aufgießen mit kochendem Wasser lösen, sind sehr hartnäckig, wenn sie auf Textilien, unbehandelten Stein oder unbehandeltes Holz geraten. Auch in Tassen und Kannen hinterlassen sie schneller als andere Teesorten einen braunen Rand, gerade, wenn die Gefäße länger gestanden haben. Diese Flecken können aber in der Spülmaschine problemlos entfernt werden. Wer mit der Hand spült, tut sich leichter, wenn er die Tassen entsprechend nach Gebrauch gleich einweicht. Auch der Einsatz von Natron hilft bei der Reinigung.

Der Tee wird wie schwarzer Tee gekocht. Pro Tasse rechnen Sie einen gehäuften Teelöffel, auf einen ganzen Liter 2 gehäufte Esslöffel. Übergießen Sie das Kraut mit kochendem Wasser und lassen Sie den Tee etwa 5 Minuten ziehen. Ein Tee-Ei oder ein Teesieb sind ideal für die tägliche Anwendung. Cystuskraut ist so reichhaltig, dass Sie den Tee auch ein zweites Mal aufgießen können. Dann ist der Geschmack etwas milder.

Der Purist genießt das blumig-würzige Aroma natürlich pur, aber wer möchte, kann den Tee mit etwas Honig oder einem anderen natürlichen Süßungsmittel wie Rohrohrzucker oder Agavendicksaft verfeinern. Ein paar frische Blätter der Stevia-Pflanze oder des Aztekischen Süßkrauts, das sich zusätzlich noch durch ein minziges Aroma kennzeichnet, geben ebenfalls eine süße Note.

Überhaupt lässt sich das Grundrezept um zahlreiche Variationen erweitern, indem einfach weitere Lieblingskräuter zugesetzt werden. So ergibt die Beigabe von frischer oder getrockneter Minze ein erfrischendes Getränk, Zitronenmelisse verleiht dem Tee eine spritzige Note und Lindenblüten geben ein liebliches Aroma. Da die Wirkstoffe von Cystus auch im kalten Zustand erhalten bleiben, kann der Tee auch im Sommer als Eistee serviert werden, wo er dank seines herbfrischen Geschmacks zu einem besonders wertvollen Durstlöscher wird, der mit einem Schuss Zitrone verfeinert werden kann. Im Winter hingegen lohnt es sich, durch Beigabe von Zimt, Nelke und Kardamom sowie Ingwer einen wärmenden Gewürztee zu kochen. Auch mit Fruchtsäften lässt sich Cystustee hervorragend kombinieren, ob heiß oder kalt.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. Perez RM: »Antiviral Activity of Compounds Isolated From Plants.« Journal Pharmaceutical Biology, Volume 41, 107-157. 2003.
  2. Taguri T, Tanaka T, Kouno I: »Antibacterial spectrum of plant polyphenols and extracts depending upon hydroxyphenyl structure.« Biol Pharm Bull. 2006 Nov;29(11):2226-35.
  3. Ehrhardt C, Hrinciusa ER, Korte V et al.: »A polyphenol rich plant extract, CYSTUS052, exerts anti influenza virus activity in cell culture without toxic side effects or the tendency to induce viral resistance.« Antiviral Research, Volume 76, Issue 1, October 2007, Pages 38-47.
  4. Grimmer HR, Parbhoo V, McGrath RM.: »Antimutagenicity of polyphenol‐rich fractions from sorghum bicolor grain.« Journal of the Science of Food and Agriculture. 1992.
    Kuroda Y, Hara Y: »Antimutagenic and anticarcinogenic activity of tea polyphenols.« Mutat Res. 1999 Jan;436(1):69-97.
  5. Ehrhardt C, Hrincius ER, Korte V et al.: »A polyphenol rich plant extract, CYSTUS052, exerts anti influenza virus activity in cell culture without toxic side effects or the tendency to induce viral resistance.« Antiviral Res. 2007 Oct;76(1):38-47. Epub 2007 Jun 4.
    Kiesewetter et al.: »Studie zu Wirksamkeit und Verträglichkeit von Cystus052-Infektblocker®-Tabletten bei Atemwegs-Infekten«, Charité Berlin, 2008, zurzeit in Publikation befindlich;
    Kiesewetter: »Cystus Sud zur lokalen Behandlung der Tonsillopharyngitis«, Erfahrungsheilkunde, 2002, 11: 792-3;
    Droebner K, Ehrhardt C, Poetter A et al.: »CYSTUS052, a polyphenol-rich plant extract, exerts anti-influenza virus activity in mice.« Antiviral Res. 2007 Oct;76(1):1-10. Epub 2007 May 15.
  6. Nachweis durch Prof. Claus Peter Siegers von der Universität Lübeck
  7. Nachweis durch Dr. Frank Petereit, Universität Münster
  8. Nachweis in Laboruntersuchungen durch Dr. Vinzenz Nowak, Bad IIburg

Passend zum Thema

Camu Camu – natürliches Vitamin C aus dem Amazonas

Im Amazonasgebiet Perus wächst eine außergewöhnlich nährstoffreiche Frucht: Camu Camu. Der große Strauch mit den weißen Blüten, der zur Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae) gehört, hat so viel Vitamin C zu bieten, wie kaum eine andere Frucht.

... mehr lesen

Moringa oleifera – Lebenskraft, die man essen kann

Moringa oleifera, der ursprünglich aus Nordindien stammende Meerrettichbaum, ist außerordentlich reich an unterschiedlichen Antioxidantien und wesentlichen Vitalstoffen. Ein wahres Superfood, das gegen Bakterien, Pilze und Viren wirkt, das Tumorwachstum hemmt und den Alterungsprozess verlangsamen kann. Seine gesundheitlichen und medizinischen Wirkungen sind zahlreich.

... mehr lesen

Xylit: Der süße Schutz vor Karies

Mehr als 90 Prozent aller Menschen haben oder hatten mit Karies zu tun – laut Weltgesundheitsorganisation WHO die am weitesten verbreitete Infektionskrankheit. Kariesbakterien benötigen einfachen Haushaltszucker als Nahrung, um sich zu vermehren und dann die Zähne zu schädigen. Ein anderer Zucker, das Xylit, bewirkt genau das Gegenteil – er verhindert die Entstehung von Karies.

... mehr lesen

Vitamin B12 – mehr als ein Nervenvitamin

Ein Mangel an Vitamin B12 ist auch in Deutschland gar nicht so selten. Dieser kann sich in unangenehmen Beschwerden, aber auch in manifesten Erkrankungen äußern. Rechtzeitig und richtig erkannt, ist es allerdings leicht, das Defizit zu beheben. Vitamin B12 kann in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt werden.

... mehr lesen
Back to top