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Trauriger Alltag in unserem Gesundheitswesen: Überflüssige, nutzlose oder sogar lebensgefährliche Behandlungen werden vorgenommen, wenn sie der Karriere oder dem Umsatz förderlich sind. Auf der Strecke bleibt der Patient. Geht die Anwendung daneben, hat er später unter den Komplikationen zu leiden – sofern er überlebt.

Auf einen Blick
  1. Obwohl es in der Bundesrepublik immer mehr Ärzte gibt, hat sich die jährliche Sterberate im Verhältnis zur Bevölkerung nicht geändert.
  2. Für lediglich 4 Prozent aller medizinischen Behandlungsverfahren gibt es einen evidenzbasierten Wirksamkeitsnachweis.
  3. Die Selbstheilungskräfte des Organismus, welche eine Spontanheilung bewirken können, werden von Schulmedizinern häufig ignoriert.
  4. Ärzte in Praxen und auch in Krankenhäusern legen Patienten gegenüber einen gesteigerten Aktionismus an den Tag. Selbst, wenn es nichts bringt. Hauptsache es sieht nach viel aus.
  5. Auch wenn Operationen empfohlen und verharmlost werden, sind sie doch immer eine Körperverletzung.
  6. Eine große Rolle spielt das Geld. Ärzte und Kliniken wollen stets den Gewinn steigern. Da wird so manches Auge zugedrückt, wenn nutzlose Anwendungen vorgenommen werden sollen.

Mehr Ärzte bedeutet nicht mehr Gesundheit

Immer mehr Ärzte stehen unter Druck – nicht nur der Pharmaindustrie. Auch die Betreibergesellschaften der Krankenhäuser oder die eigene Praxis wollen Gewinne sehen.
©Christian Schwier – stock.adobe.com

Wer zum Arzt oder ins Krankenhaus geht, hat in der Regel einen triftigen Grund: Er möchte gesund werden. Doch das ist nach den Schilderungen des Bestseller-Autors Gerd Reuther häufig nicht nur ein Glücksspiel, sondern geradezu ein gefährliches Wagnis. In seinem Buch Der betrogene Patient: Ein Arzt deckt auf, warum Ihr Leben in Gefahr ist, wenn Sie sich medizinisch behandeln lassen beschreibt der Radiologe, selbst seit mehr als 35 Jahren Arzt in verschiedenen Kliniken, teilweise in führender Position, wie Karrieresucht, Gewinnstreben und mangelhaftes Fachwissen die Gesundheit und sogar das Leben von Patienten in Deutschland bedrohen.

Obwohl seit 1990 die Zahl der Ärzte in der Bundesrepublik um mehr als 50 Prozent zugenommen hat, liegt die Zahl der Sterbefälle gleichbleibend zwischen 830.000 und 930.000 jährlich. Obwohl – tat- und finanzkräftig unterstützt von der Pharmaindustrie – an breiter Front mit enormem Einsatz entsprechender Medikamente die Blutdruck- und Cholesterinwerte konsequent bekämpft und gesenkt werden, obwohl mit Blutverdünnern Herzinfarkt und Schlaganfall vorgebeugt wird, änderte sich nichts an der Zahl der jährlichen Todesfälle im Verhältnis zur Bevölkerung – sie verharrten bei etwa einem Prozent.

Die meisten Behandlungsverfahren sind ohne Wirksamkeitsbeweis

Wer als Arzt bei alternativen oder naturheilkundlichen Behandlungsmethoden die Nase rümpft, sollte erst einmal die eigene Arbeit überdenken. So gibt es heute lediglich für etwa 4 Prozent aller schulmedizinischen Behandlungen solide Wirksamkeitsnachweise. Ganze 96 Prozent aller Behandlungen sind nicht mehr oder weniger evident als beim alternativen oder naturheilkundlichen Therapeuten – auch wenn übermäßig selbstbewusste Schulmediziner diese Kollegen gerne von oben belächeln. Vielmehr, so Gerd Reuther: »Die ›moderne Medizin‹ hat reichlich Behandlungen im Gepäck, die schaden und töten können.«

Zum Beweis nennt der Radiologe, der unter Kollegen in Fachkreisen eine hervorragende Reputation aufweist, gleich mehrere Beispiele. So werden etwa viele Erkrankungen wider besseres Wissen immer noch mit Corticosteroiden behandelt. Diese Hormone sorgen zwar vorübergehend für Linderung und bessern die Beschwerden, verschlimmern im weiteren Verlauf aber nachweislich das Krankheitsbild und erhöhen die Rückfallquoten.

Chemotherapien werden angewandt, obwohl sie Leukämien hervorrufen können. Strahlentherapien sind bekannt dafür, dass sie als Spätschäden tödliche Herz- und Lungenerkrankungen auslösen können. Aber auch weit weniger lebensbedrohliche Nachwirkungen können das spätere Leben erheblich beeinträchtigen. So produzieren völlig unnötige Meniskusentfernungen oder Knorpelglättungen am Knie zuverlässig für später ein neues Patientengut: Diese Behandlungen bei Knieschmerzen erhöhen deutlich das Risiko für Gelenkerkrankungen, die dann zwangsläufig zum Gelenkersatz durch Prothesen führen.

Und manchmal ist es auch so, dass das eigene Leiden behandelt, im gleichen Maße damit aber gleichzeitig ein anderes Leiden hervorgerufen wird. Gerd Reuther: »Wer 5 Jahre lang Statine zur Senkung seines Cholesterinspiegels im Blut einnimmt, senkt sein Herzinfarktrisiko nur soweit, wie sein Diabetesrisiko steigt.«

Spontanheilung wird nicht zugelassen

Gerne übersehen oder verdrängen Schulmediziner auch die Möglichkeit einer Spontanheilung. Dass der kranke Organismus aus eigener Kraft Anstrengungen unternimmt, um wieder gesund zu werden, passt nicht ins Mediziner-Weltbild. Oder, böse gesagt: Es verhagelt den Umsatz. Denn wo nicht behandelt wird, kann auch nicht kassiert werden.

Sicht- und spürbare Symptome wie Schmerz, Fieber, Husten oder Hauterscheinungen werden nicht als Signale eines Gesundungsprozesses erkannt, sondern als unangenehme Beschwerden, die mit allen Mitteln bekämpft werden müssen. Dass damit eine ursächliche Heilung nur selten möglich ist, sondern lediglich eine symptomatische Verdrängung stattfindet, liegt außerhalb der Vorstellungswelt. Denn, so fragt Gerd Reuther, »woher wissen wir überhaupt, ob Abweichungen aus dem Normalbereich behandlungsbedürftige Krankheitsfolgen oder heilsame Gegenreaktionen des Körpers sind? Man muss auch Krankheitssymptome zulassen, um Heilung zu befördern«.

Zum Beispiel das Fieber. Die erhöhte Körpertemperatur ist Zeichen für in Gang gekommene Abwehrvorgänge zur Selbstheilung. Der Arzt, der hier versucht regulierend einzugreifen, wird in den meisten Fällen seinen Patienten nichts Gutes tun, sondern vielmehr einer ursächlichen Heilung im Wege stehen.

Aktionismus hilft lediglich der Patientenbindung

Klar, auch Ärzte unterliegen wirtschaftlichem Druck. Wollen sie mit ihren Praxen überleben, müssen sie Gewinn machen. Was dazu führt, dass bei Patientenbesuchen eine Menge hektischer Untersuchungen und Verabreichungen an den Tag gelegt werden, die im Grunde genommen sinnlos sind. Aber viele Patienten bewerten Derartiges als besondere Aufmerksamkeit und Bemühungen – eingenommen von dem Irrglauben, dass mehr besser ist und viel mehr viel besser.

So ist es auch zu erklären, dass viele Ärzte reflexartig Mittelchen und Medikamente verordnen, sobald ein Patient die Praxis betritt. Häufig wird der Rezeptblock gezückt, ohne dass die Beschwerden objektiv untersucht wurden. Mit dem Ergebnis, dass mehr als 90 Prozent der Patienten mindestens einmal ein Arzneimittel völlig unbegründet erhielten, bei drei von neun Medikamenten die Krankheit, die sie behandeln sollen, gänzlich fehlte und 37 Prozent der über 65 Jahre alten Patienten Medikamente verordnet bekamen, die für ältere Menschen ungeeignet sind.

Ähnliches gilt für therapeutische Maßnahmen, die in Praxen und Kliniken durchgeführt werden, die im Grunde genommen nicht nur unsinnig, sondern auch nutzlos sind: Magen- und Darmspiegelungen bei Durchfall und Erbrechen, operative Belüftung der Nasennebenhöhlen zur Behandlung chronischer Atemwegsinfekte, Knorpelglättungen bei Gelenkverschleiß, Chemotherapie zur Prophylaxe von Metastasen oder das Ziehen alle Zähne bei unklaren Entzündungen. Nicht nur, dass es für keine dieser Maßnahmen im Sinne des Patientenwohls einen Wirksamkeitsnachweis gibt, bei vielen ist der Nutzen sogar ganz klar durch Studien widerlegt worden. Nichtsdestotrotz werden solche Maßnahmen häufig vorgenommen.

Für etwa 600 der mehr als 700 Millionen jährlich in Deutschland durchgeführten ärztlichen Behandlungen fehlt entweder der Wirksamkeitsnachweis, gibt es bessere Alternativen oder gilt, dass sie mehr schaden als nutzen.

Vorsicht bei Operationen

Keine Frage: Manchmal wird es notwendig, den Körper operativ zu öffnen, um etwas zu entfernen. Zum Beispiel bei Tumorerkrankungen. Etwa 800.000-mal wird in Deutschland jährlich bei Patienten die Bauchhöhle geöffnet. Allerdings wird nach der Ansicht von Gerd Reuther dabei allzu schnell und leichtfertig etwas entfernt und herausgenommen. Zum Beispiel der entzündete Wurmfortsatz bei einer Blinddarmentzündung. Ohne lange zu fackeln wird er weggeschnitten, obwohl man heute weiß, dass er ein wichtiger Rückzugsraum für Darmbakterien ist, damit diese nach einer überstandener Durchfallerkrankung zurück in den Darm gehen und diesen neu besiedeln können.

Ein weit verbreitetes Dogma wider besseres Wissen ist es unter Chirurgen auch heute noch, dass die Gallenblase oder Abschnitte des Dickdarms nach einer abgeklungenen Entzündung entfernt werden müssen, weil sich Entzündungen stets wiederholen und mit jeder Wiederholung das Komplikationsrisiko größer wird. Allerdings stimmt diese These nicht und ist auch nie wissenschaftlich bewiesen worden. Nichtsdestotrotz wird munter darauf losgeschnippelt und herausoperiert.

Überhaupt wird sehr bedenkenlos und verwegen entschieden, was dem Körper entnommen werden kann. Gerd Reuther: »Organe, die nicht als überlebenswichtig gelten (Gallenblase, Magen, Gebärmutter), deren hormonelle Funktionen man medikamentös kompensieren zu können glaubt (Eierstöcke, Schilddrüse) sowie Organteile (Wurmfortsatz, Dickdarmabschnitte) werden bei gutartigen Erkrankungen um ein Vielfaches häufiger entfernt als Organe, bei deren Entfernung erhebliche Beeinträchtigungen unvermeidlich oder technische Schwierigkeiten wahrscheinlicher sind (Harnblase, Leber, Bauchspeicheldrüse).«

Und: »Je risikoärmer und einfacher der Eingriff, umso schneller wird operiert, obwohl es sich immer um eine Körperverletzung mit akuten und chronischen Gesundheitsrisiken handelt. Alleine an einer »Routine«-Operation wie einer Entfernung der Gallenblase sterben immerhin fast 800 Menschen pro Jahr: Dieser Eingriff erfolgt jährlich 150.000-mal bei einer Sterblichkeit von 0,5 Prozent.«

Die Mär von der gefährlichen Blinddarmentzündung

Wie leichtfertig vorgegangen wird, zeigt zum Beispiel die Entfernung des Wurmfortsatzes am Blinddarm. Gebetsmühlenartig wird seit Jahrzehnten die Blinddarmentzündung als zwangsläufig todbringend aufgebauscht, wenn nicht operiert wird. Das hat zur Folge, dass die Entfernung des Wurmfortsatzes in Deutschland einer der häufigsten operativen Notfalleingriffe ist.

Sehr oft wird notfallmäßig alleine aufgrund der Beschwerden operiert, ohne weitergehende oder vielleicht sogar bildliche Diagnostik. Eltern, deren Kind betroffen ist, haben in der Regel nichts dagegen einzuwenden, da ihnen mit düsteren Worten geschildert wird, dass sie sonst wohl mit erhöhter Wahrscheinlichkeit dem Ableben ihres Kindes entgegensehen würden. So kommt es, dass jedes Jahr in Deutschland rund 130.000 Wurmfortsätze bei Notoperationen entfernt werden.

Die Blinddarmentfernung ist in Deutschland einer der häufigsten operativen Notfalleingriffe. Wirklich notwendig ist sie aber nur bei circa 25 Prozent der Patienten
©Goffkein – stock.adobe.com

Aber: Bei der anschließenden feingeweblichen Untersuchung von entfernten Wurmfortsätzen stellte sich heraus, dass bei 20 Prozent von ihnen keine Spur von Entzündung festzustellen war. Ganze 30 bis 40 Prozent der entfernten Wurmfortsätze wiesen lediglich so geringe Entzündungen auf, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem spontanen Abheilen gekommen wäre. Unterm Strich war die Operation nur bei einem Viertel der operierten Patienten angebracht, bei drei Viertel der Patienten hätte gut darauf verzichtet werden können.

Der lange Arm von Big Pharma

Wie erreicht man am besten, dass Ärzte bestimmte Medikamente bevorzugt verordnen? Ganz einfach: Man sorgt für Rudelruhe. Das heißt, kein Außenseiter stört die warme Nestatmosphäre, man bleibt möglichst unter sich.

Die Pharmaindustrie, welche etwa 80 Prozent der ärztlichen Fortbildungsmaßnahmen finanziert, pflegt dieses Konzept, indem auf Vorträgen und Seminaren ausgewählte Ärzte (= inoffizielle Pharmamitarbeiter) die Produkte vorstellen, über alle Maßen loben und auf diese Weise ihre Kollegen wie (pharma-)gewünscht schulen. Kleine Pharmaunternehmen haben im Durchschnitt 260 Ärzte auf ihrer Honorarliste, große Konzerne bis zu 16.500 Ärzte. Da liegt es auf der Hand, dass die Schulungen wie vom Unternehmen gelenkt stattfinden und kritische Aussagen unter den Tisch fallen.

Und das liebe Geld …

Geldgier und Eitelkeit, das sind die beiden Faktoren, die bei Pharmafirmen und Ärzten in gehobener Position eine immer größere Rolle spielen. So sind in 97 Prozent der Chefarztverträge, in 19 Prozent der Oberarztverträge, in 15 Prozent der Facharztverträge und sogar in manchen Verträgen von Ärzten in der Weiterbildung sogenannte Zielvereinbarungen mit mengengebundenen Bonusregelungen vereinbart. Das heißt: Je mehr diagnostische und therapeutische Maßnahmen durchgeführt werden, welche die Kassen der Klinik klingeln lassen, desto üppiger fallen die Boni für die Ärzte aus und desto besser stehen sie beim Klinikgeschäftsführer da. Das Fatale: Ihre Angst, den Klinikgeschäftsführer zu verstimmen, ist wesentlich größer als ihre Angst, Patienten durch eine Behandlung zu schädigen.

Eine beliebte – und leider auch bewährte – Methode, sich bei Patienten im Sinne der internen Zielvereinbarungen durchzusetzen, ist die sogenannte »partizipative Entscheidungsfindung«. Was bedeutet, dass der Patient verschaukelt wird, weil Arzt und Patient gemeinsam zu einer Entscheidung kommen, wie das zukünftige Vorgehen bei der Behandlung aussehen wird. Die Entscheidung sollte der Patient nach der ärztlichen Beratung ausschließlich alleine treffen, weil er schließlich auch mit eventuellen späteren Folgen zurechtkommen muss.

Ganz nebenbei: Juristisch ist das bereits ein nicht gedeckter Übergriff auf die Patientensouveränität. Nicht Arzt und Patient entscheiden gemeinsam, welche Behandlung vorgenommen wird, sondern der Arzt trägt mit seinem Fachwissen beratend zu der Entscheidung des Patienten bei. Dem Patienten aber steht es vollkommen frei, welche Behandlung er ablehnt und welche er vornehmen lässt. Denn schließlich hat auch er später unter eventuellen Komplikationen zu leiden, wenn die Behandlung nicht wie gewünscht verläuft.

Das aber sehen viele Ärzte anders: Sie setzen Patienten regelrecht unter Druck, wenn es darum geht, eine bestimmte Behandlung durchzusetzen. Notfalls ziehen sie auch emotionale Register und geben sich beleidigt, wenn ein Patient ihren Ratschlag ablehnt. Das baut in einer Situation, in welcher der Patient Hilfe sucht, natürlich enorm viel zusätzlichen Druck auf.

Selbst Patientenorganisationen handeln nicht immer im Interesse der Patienten

Manchmal ist es schon auffallend, in welcher seltsamen Einmütigkeit Patientenorganisationen und Pharmaunternehmen sich scheinbar für die Interessen von Patienten einsetzen. Was man nicht sehen soll: Bei beiden lenken im Hintergrund massive finanzielle Interessen das Handeln. Pharmaunternehmen wollen um jeden Preis noch mehr ihre ohnehin schon gigantischen Gewinne steigern. Sie bringen Medikamente auf den Markt, deren Wirkstoffkosten bei der Herstellung lediglich 1 bis 2 Prozent des Arzneimittelpreises ausmachen. Für die Entwicklung werden etwa weitere 10 Prozent kalkuliert – so kommt es zu Gewinnmargen, die selbst Investmentbanker noch blass werden lassen.

Misstrauisch sollte jeder Patient werden, der allzu engagiert von der für seine Krankheit zuständigen Patientenorganisation bestimmte Medikamente empfohlen bekommt. Nur selten dient das Engagement der Organisation ausschließlich den Patienteninteressen. Die Patientenorganisation, die »spurt«, kann mit großzügigen Zuwendungen von Seiten der Pharmaindustrie rechnen. Im Jahr 2015 waren dies in Deutschland immerhin mehr als 6 Millionen Euro.

Forderungen zum Schutz des »betrogenen Patienten«

In seinem Buch Der betrogene Patient: Ein Arzt deckt auf, warum Ihr Leben in Gefahr ist, wenn Sie sich medizinisch behandeln lassen listet der Arzt Gerd Reuther 20 Forderungen auf, die den Patienten vor der Willkür, der Geldgier und der Rücksichtslosigkeit des vorherrschenden Medizin- und Gesundheitssystems schützen. Zusammengefasst fordert er:

  • Schadenfreiheit geht vor Therapie. Oberste Priorität muss für jede ärztliche Tätigkeit haben, dass niemand durch diagnostische oder therapeutische Maßnahmen zu schaden oder zu Tode kommt.
  • Patientensicherheit muss Vorrang vor schneller Zulassung (von Medikamenten; die Redaktion) haben. Umfassende Evidenzbasierung ist Voraussetzung einer Neuzulassung von Medikamenten und Medizinprodukten, um kommerziell motivierten und in Patientenbegehrlichkeiten mündenden Schnellzulassungen, die mehr schaden als nützen, vorzubeugen.
  • Verpflichtung zur umfassenden Aufklärung auch über eine Nichtbehandlung. Bei jedem Therapievorschlag muss objektiv über die Aussichten des Spontanverlaufs sowie über alle Therapiealternativen mit Risiken und Perspektiven gesprochen und dies dokumentiert werden.
  • Wissenschaftlicher Betrug mit Fälschung von Einzeldaten oder ganzer Studien muss ein Straftatbestand werden. Erstautoren haften persönlich für ihre Veröffentlichungen.
  • Gefälligkeitsverschreibungen und -gutachten sind mit Entzug der Approbation zu ahnden. Vor jeder nicht notfallmäßigen invasiven Maßnahme sollte eine Zweitmeinung verpflichtend sein.
  • Dienstverträge von Ärzten in leitender Stellung dürfen keine wirtschaftlichen Anreize enthalten, die zu einer Steigerung der Zahl medizinischer Maßnahmen oder Verschlechterung der Behandlung führen können.

Quellen & weiterführende Informationen

Alle Daten, Zahlen und Statistiken sind dem Buch Der betrogene Patient: Ein Arzt deckt auf, warum Ihr Leben in Gefahr ist, wenn Sie sich medizinisch behandeln lassen von Gerd Reuther entnommen.

Gerd Reuther: Der betrogene Patient: Ein Arzt deckt auf, warum Ihr Leben in Gefahr ist, wenn Sie sich medizinisch behandeln lassen. München 2017 (3. Auflage Juni 2019).

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