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Nicht jeder weiß, was Nachtschattengewächse sind und welche Gefahren ihr Verzehr mit sich bringen kann. Denn sie enthalten giftige Stoffe, sogenannte Alkaloide, und können so Auslöser für Entzündungsprozesse, Arthritis und chronische Schmerzen sein.

Auf einen Blick
  1. Nachtschattengewächse enthalten Glykoalkaloide, die die Cholinesterase hemmen. In der Folge kann es zu Reizdarmsyndrom, Leaky Gut oder chronischen Schmerzen kommen.
  2. Auch die Volkskrankheit Arthritis wird damit in Verbindung gebracht. Wissenschaftler vermuten, dass häufig fälschlich Arthritis diagnostiziert wird, die Menschen aber in Wirklichkeit an den starken Nebenwirkungen durch den Verzehr von Nachtschattengewächsen leiden.
  3. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Nachtschattengewächse bei Ihnen negative Auswirkungen haben, machen Sie mit bei der 3-Monats-Challenge.

Was sind Nachtschattengewächse?

Nachtschattengewächse (Solanaceae) gehören zur Familie der Bedecktsamigen Pflanzen, die über 2.000 Arten zählt. Darunter sind auch einige der beliebtesten Gemüsesorten wie Tomaten, Kartoffeln, Paprika und Aubergine. Heidelbeeren, Amerikanische Blaubeeren, Gojibeeren und Schlafbeeren gehören zwar nicht zu den Nachtschattengewächsen, enthalten aber die gleichen Alkaloide, die Entzündungen auslösen können.

Nachtschattengewächse können eine potenzielle Entzündungsquelle sein und unter anderem zu undefinierbaren Gelenkschmerzen führen
©Anut21ng Photo – stock.adobe.com

Die Pflanzen der Familie Solanaceae enthalten Glykoalkaloide, die die Cholinesterase hemmen, und Steroidalkaloide, beispielsweise Solanin in der Kartoffel und der Aubergine, Tomatin in der Tomate, Nikotin im Tabak und Capsaicin in Paprika- und Chilischoten. Von den Glykoalkaloiden aus Kartoffeln weiß man, dass sie zum Reizdarmsyndrom beitragen und die Durchlässigkeit des Darms negativ beeinflussen.1,2

Glykoalkaloide und ihre Folgen

Dr. Marvin Childers schreibt: »Häufen sich diese Hemmer im Körper, allein oder in Kombination mit anderen Cholinesterase-Hemmern wie Koffein oder verunreinigten Lebensmitteln, die systemisch die Cholinesterase hemmende Pestizide enthalten, kann es zu lähmungsartigen Muskelzuckungen, Schmerzen, Schmerzempfindlichkeit, Entzündungen und Körpersteife kommen.«3

Wird die Aufnahme dieser Stoffe gestoppt, können die Symptome nach wenigen Stunden oder Tagen wieder verschwinden, abhängig von der Sensibilität der betroffenen Person, der Menge an regelmäßig konsumierten Nachtschattengewächsen und dem Ausmaß der Entzündungen. Wenn jemand Nachtschattengewächse regelmäßig in größeren Mengen konsumiert, kann es bis zu 3 Monate dauern, bis Entzündungen und Schmerzen abklingen.

Liest man sich durch, welche Symptome mit einem Konsum von Nachtschattengewächsen einhergehen können, versteht man auch, warum Arthritis eines der Hauptprobleme ist, die damit in Verbindung gebracht werden. Arthritis ist die häufigste Art der Behinderung in den USA.4,5 Eine Studie aus den Jahren 2007 bis 2009 zeigt, dass eine ärztlich diagnostizierte Arthritis allein in den Vereinigten Staaten 49,9 Millionen Menschen betrifft.6

Volkskrankheit Arthritis und die Folgeschäden

Osteoarthritis ist die häufigste Form und betrifft über 20 Millionen Menschen, mehr als zwei Millionen Menschen werden von Gelenkrheumatismus geplagt, der einschränkendsten und schmerzhaftesten Form von Arthritis. Arthritis kennt keine Grenzen, was Geschlecht, Ethnie oder Alter betrifft, es zieht junge Menschen genauso in Mitleidenschaft wie alte.5,7 Tatsächlich haben Schätzungen zufolge 294.000 Kinder und Minderjährige Arthritis in irgendeiner Form.7

Für 2003 beliefen sich die medizinischen Kosten der Arthritis auf geschätzt 128 Milliarden Dollar.4 Seit 1994 sind die im Zusammenhang mit Behinderungen entstandenen Kosten für medizinische Versorgung und durch Produktivitätsausfälle auf jährlich 300 Milliarden Dollar in den USA geklettert, besagen Schätzungen. In dieser Summe sind auch die Ausgaben für Arthritis und Gelenkrheumatismus enthalten.8 Und 2011 veröffentlichte das Institute of Medicine of the National Academies einen Bericht, wonach in den USA 116 Millionen Erwachsene mit chronischen Schmerzen leben, was die Vereinigten Staaten jährlich 635 Milliarden Dollar an Gesundheitsausgaben und verlorener Produktivität kostet.9

Der Verzehr von Nachtschattengewächsen als Ursache?

Wieviel davon hängt mit Nachtschattengewächsen zusammen? Dieser Frage gehen einige Wissenschaftler nach, denn sie vermuten, dass häufig fälschlich Arthritis diagnostiziert wird, wenn die Menschen in Wirklichkeit starke Nebenwirkungen durch den Verzehr von Nachtschattengewächsen erleben.

Viele Menschen, die an Arthritis oder einer Krankheit leiden, die mit Arthritis in Zusammenhang steht (etwa Lupus, Rheuma oder anderen schmerzhaften Muskel-Skelett-Erkrankungen), stellen fest, dass sich der Verzehr von Lebensmitteln aus der Familie der Nachtschattengewächse negativ auf ihre Gesundheit auswirkt. Norman F. Childers, der Gründer der Arthritis Nightshades Research Foundation, sagt: »Aus der Befragung von über 1.400 Freiwilligen über einen Zeitraum von 20 Jahren ergibt sich, dass die Ernährung bei der Ätiologie von Arthritis eine Rolle zu spielen scheint. Pflanzen der Familie Solanaceae (Nachtschattengewächse) sind bei dafür anfälligen Personen ein wichtiger ursächlicher Faktor für Arthritis.«3

3-Monats-Challenge

Sie sind sich unsicher, ob Nachtschattengewächse bei Ihnen negative Auswirkungen haben? Machen Sie mit bei der 3-Monats-Challenge. Vermeiden Sie 3 Monate lang alles, was mit Nachtschattengewächsen zu tun hat (es heißt nicht umsonst »Challenge«). Sehen Sie sich die Liste der zu vermeidenden Gemüsearten an und vergessen Sie nicht, sorgfältig die Inhaltsstoffe von homöopathischen oder rezeptpflichtigen Mitteln zu studieren, denn wie zahlreiche verarbeitete Nahrungsmittel enthalten auch diese Produkte oftmals Nachtschattengewächse. Bei rezeptpflichtigen oder rezeptfreien Artikeln kann es sein, dass Sie mit dem Apotheker sprechen oder beim Hersteller anrufen müssen, um Klarheit zu erhalten, was die Inhaltsstoffe anbelangt.

Nach 3 Monaten können Sie beginnen, langsam wieder ein Nachtschattengewächs nach dem anderen zu sich zu nehmen. Achten Sie auf Schmerzen, Steifheiten, Energieverlust, Atemwegsprobleme oder andere Symptome. Wie viele andere Menschen vor Ihnen werden Sie möglicherweise feststellen, dass sich Ihre alltägliche Gesundheit dramatisch verbessert, nachdem Sie Nachtschattengewächse von Ihrem Speiseplan verbannt haben.

Die Liste der Nachtschattengewächse

  • Tomaten (alle Arten, auch Tomatillos)
  • Kartoffeln (alle Arten, gilt nicht für Süßkartoffeln oder Yamswurzel)
  • Auberginen
  • Okra-Schoten
  • Paprika (alle Arten, auch Wachspaprika, Peperoni, Chilis und so weiter)
  • Gojibeeren
  • Tamarillo (auch Baumtomate, eine pflaumenartige Frucht aus Peru)
  • Sauerampfer
  • Heidelbeeren, auch Amerikanische Blaubeeren (sie enthalten die Alkaloide, die zu Entzündungen führen)
Wie viele andere Gemüse-, Gewürz- und Genusspflanzen gehören auch Kartoffeln, Tomaten, Auberginen und Paprika zu den Nachtschattengewächsen
©Sławomir Fajer – stock.adobe.com
  • Stachelbeeren
  • Physalis
  • Pepino (oder Melonenbirne)
  • Tabak
  • Paprikapulver
  • Cayenne-Pfeffer

In den USA hergestellte Sojasauce wird grundsätzlich aus genetisch veränderten Sojabohnen hergestellt, die mit Petunien verschnitten werden, einem Nachtschattengewächs.
Gewürze wie schwarzer/weißer Pfeffer und Pfefferkörner haben nichts mit Nachtschattengewächsen zu tun.

Andere Zutaten und Produkte, die Sie meiden sollten

  • homöopathische Mittel, die Belladonna enthalten (Das geschieht vor allem aus Präventivgründen, denn homöopathische Mittel enthalten praktisch keinerlei messbare »aktive« Chemikalien.);
  • Rezeptpflichtige und rezeptfreie Medikamente, die Kartoffelstärke als Füllmittel enthalten (besonders oft ist das der Fall bei Schlafmitteln und Medikamenten, die die Muskeln entspannen);
  • Essbare Pflanzen: Petunien, Solandra Maxima (Goldkelch), Cestrum diurnum, Engelstrompeten und Stechäpfel;
  • Atropin und Skopolamin (kommt in Schlafmitteln vor);
  • Capsicum-haltige Medikamente zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungen;
  • viele Backpulver enthalten Kartoffelstärke;
  • Lecken Sie keine Briefumschläge an, viele Klebemittel enthalten Kartoffelstärke;
  • Wodka (wird aus Kartoffeln hergestellt).

Lesen Sie Etiketten sorgfältig, denn auch wenn Sie grundsätzlich alles richtig machen, kann es sonst passieren, dass Sie ein einziger falscher Inhaltsstoff aus der Bahn wirft.

Kaufen Sie niemals ein Nahrungsmittel, bei dem unter den Inhaltsstoffen bloß »Gewürze« angegeben ist, denn Sie müssen davon ausgehen, dass dieses Produkt Nachtschattengewächs enthält.

Dieser Artikel erschien erstmals am 10. April 2018 auf GreenMedinfo.com.

Quellen & weiterführende Informationen

  1. »Potato glycoalkaloids adversely affect intestinal permeability and aggravate inflammatory bowel disease«.
  2. »Naturally occurring glycoalkaloids in potatoes aggravate intestinal inflammation in two mouse models of inflammatory bowel disease«.
  3. Childers NF, Margoles MS: »An Apparent Relation of Nightshades (Solanaceae) to Arthritis«.Journal of Neurological and Orthopedic Medical Surgery (1993) 12:227-231.
  4. »National and State Medical Expenditures and Lost Earnings Attributable to Arthritis and Other Rheumatic Conditions – United States, 2003«. CDC.gov. 12. Januar 2007.
  5. Bolen J, Schieb L, Langmaid G et al.: »Differences in the Prevalence and Impact of Arthritis Among Racial/Ethnic Groups in the United States, National Health Interview Survey, 2002, 2003, and 2006«. CDC.gov. Mai 2010.
  6. »Prevalence of Doctor-Diagnosed Arthritis and Arthritis-Attributable Activity Limitation – United States, 2007-2009«. CDC.gov. 08. Oktober 2010. 59(39);1261-1265.
  7. Sacks JJ, Helmick CG, Bowyer S et al.: »Prevalence of and annual ambulatory health care visits for pediatric arthritis and other rheumatologic conditions in the United States in 2001-2004.« Arthritis Rheum. 15. Dezember 2007. 57(8):1439-45.doi: 10.1002/art.23087.
  8. »Prevalence and Most Common Causes of Disability Among Adults — United States, 2005«. CDC.gov. 01. Mai 2009.
  9. »Relieving Pain in America: A Blueprint for Transforming Prevention, Care, Education, and Research«. Institute of Medicine (US) Committee on Advancing Pain Research, Care, and Education. PubMed. 2011.

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