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Kokosöl gilt seit einigen Jahren als wahres Wundermittel. Trotzdem hält die Diskussion um die gesundheitsgefährdende Wirkung von gesättigten Fettsäuren, die reichlich in Kokosöl vorhanden sind, weiter an. Sie sollen den Cholesterinspiegel erhöhen und damit die Herzkranzgefäße verstopfen. Ist Kokosöl wirklich das Superfood, für das es viele halten?

Auf einen Blick
  1. Eine erfolgreich betriebene Marketing-Diffamierungs-Kampagne von Industrie und Politik konnte zwischenzeitlich durch Forschung und Studien widerlegt werden. Mit dem Ergebnis: Kokosöl ist gesund!
  2. Unverarbeitete gesättigte Fette, wie Kokosöl, sind ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung. Die positiven gesundheitlichen Auswirkungen auf Herz, Gehirn, Haut und Immunsystem sind heute wissenschaftlich erwiesen.
  3. Kokosöl ist reich an Laurinsäure, die der Körper in Monolaurin umwandelt – eine antivirale, antibakterielle und antimykotische Wunderwaffe. Kokosöl wird erfolgreich eingesetzt gegen Bakterien, Viren und Pilze. Seine positive Wirkung auf das Immunsystem, das Herz und bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson ist in Studien wissenschaftlich erwiesen.
  4. Kokosöl ist reich an mittelkettigen Fettsäuren, die den Stoffwechsel Ihres Körpers anregen, helfen Körperfett abzubauen und Ihnen eine unmittelbare Energiequelle zur Verfügung stellen.

Kokosöl – Natur pur!

Die Kokospalme ist für viele von uns der Inbegriff vom Paradies. Sie steht für tropische Sandstrände, Sonne und azurblaues Meer. »Baum des Himmels« nennen viele Völker diesen wunderbaren Baum, der nicht nur mit seinen Früchten einen wertvollen Bestandteil zu ihrem Leben beiträgt. Auch das Holz (als Baumaterial für Hütten), die Blätter (als Dachbedeckung), die Fasern (zum Flechten von Hauswänden, Körben, Matten, Seilen) und die Kokosnussschalen (als Brennmaterial) bieten ihnen eine hervorragende Nahrungs- und Rohstoffquelle.
Die Kokospalme trägt das ganze Jahr über Früchte. Interessanterweise gehört die Kokosnuss jedoch nicht zu den Nüssen, sondern zu den Steinfrüchten, wie beispielsweise auch die Mandel. Lange Zeit war sie unverzichtbares Grundnahrungsmittel der Insel- und Küstenbewohner der Südsee. Über viele Generationen sorgte sie als idealer Fett-, Eiweiß- und Vitaminlieferant dafür, dass die Bewohner der tropischen Paradiese gesund und leistungsfähig blieben. Krankheiten wie Diabetes, Herzinfarkte oder Schlaganfälle? Fehlanzeige!

Kokosöl und seine Fettsäuren

Kokosöl ist deshalb so besonders, weil es überwiegend mittelkettige Fettsäuren enthält
@Brent Hofacker – stock.adobe.com

Das feste, weiße Fleisch der Kokosnuss enthält 35 % Fett sowie Spurenelemente wie Kalium, Phosphor, Kupfer, Eisen, Zink und Selen. Kokosöl besteht überwiegend aus gesättigten Fettsäuren. Sie stutzen? Sie haben noch im Ohr, dass gerade gesättigte Fettsäuren schlecht sind für unsere Gesundheit? Dass sie die Cholesterinwerte erhöhen und unausweichlich über kurz oder lang zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen? Sie erinnern sich richtig. Jahrzehntelang wurde uns weisgemacht, dass gesättigte Fettsäuren wahres »Teufelszeug« sind. Mittlerweile ist hinreichend belegt, dass gesättigte Fette gesund sind.1 Kokosöl ist gesund! Wer seine Lebensmittel auch als Heilmittel versteht, liegt mit Kokosöl genau richtig.

Hier eine Aufschlüsselung der einzelnen Fettsäuren, aus denen sich Kokosöl u.a. zusammensetzt:

Laurinsäure: 44 – 52 %
Caprinsäure: 6 – 10 %
Caprylsäure: 5 – 9 %
Myristinsäure: 13 – 19 %
Palminsäure: 8 – 11 %
Stearinsäure: 1 – 3 %
Ölsäure: 5 – 8 %
Linolsäure: 0 – 1 %

Ist Kokosöl gesund?

Kokosöl besteht als einziges natürliches Öl zu über 50 % aus mittelkettigen Fettsäuren (MCTs), also aus Ketten von acht bis zwölf Kohlenstoffatomen. Im Kokosöl sind das vorwiegend Laurinsäure, Caprinsäure und Caprylsäure. Insbesondere Caprylsäure sorgt während der Verdauung in der Leber für die Bildung von Ketonen, die für das menschliche Gehirn eine weitaus stabilere Energiequelle darstellen als die üblicherweise vom Körper verstoffwechselte Glukose.

Mittelkettige Fettsäuren sind zum einen sehr leicht verdaulich. Sie werden ohne nennenswerte Beteiligung der Galle verstoffwechselt und zur Leber befördert, wo sie zur Energiegewinnung genutzt werden können. Für so manchen ein durchaus positiver Nebeneffekt: Mittelkettige Fettsäuren werden weniger gern in die Fettdepots eingelagert und liefern eine Kalorie weniger pro Gramm als andere Fettsäuren. Eine japanische kontrollierte Doppelblindstudie2 aus dem Jahr 2001 bestätigt die Annahme, dass eine Diät mit mittelkettigen Fettsäuren das Körpergewicht und den Körperfettanteil nachhaltiger reduziert als eine Diät, die langkettige Fettsäuren enthält. Studien zeigen außerdem, dass die Einlagerung mittelkettiger Fettsäuren in den Zellmembranen die Zellatmung verbessert, die Mitochondrienzahl erhöht und das Wachstum neuer Gehirnnervenzellen anregt.3

Kokosöl gegen Bakterien, Viren & Co.

Vielfach nachgewiesen ist die Wirkung von Kokosöl gegen Bakterien, Viren & Co., denn die mittelkettigen Fettsäuren des Kokosöls wirken antimikrobiell, antiviral und antimykotisch, wobei das sowohl für die innerliche als auch für die äußerliche Anwendung gilt.

Insbesondere die mittelkettige Laurinsäure unterstützt die Körperabwehr im Kampf gegen Viren. HI-, Herpes-simplex-1-, Cytomegalie-, Vesicular-stomatitis-, Visna- oder Masern-Viren, alles Viren, die von einer Lipidhülle umgeben sind. Unser Körper wandelt Laurinsäure in ihr Monoglycerid, das hochwirksame Monolaurin, um – wie, ist noch nicht vollständig erforscht. Monolaurin wiederum zerstört die Lipidhülle der Viren und macht sie so unschädlich. Die antibakterielle Wirkung von Monolaurin reicht sogar bis hin zu antibiotikaresistenten Staphylococcus aureus. Eine im Journal of Medicinal Food veröffentlichte Studie4 aus dem Jahr 2013 bestätigt diesen erfolgversprechenden Ansatz.

Auch die mittelkettige Caprinsäure hat eine ähnlich gesundheitsfördernde Wirkung. Wie schon bei der Laurinsäure ist es das Monoglycerid, in diesem Fall Monocaprin, dem wohl die antivirale und antibakterielle Wirkung zugeschreiben wird. Aktuell wird getestet, wie Monocaprin gegen Herpes-simplex-Viren oder Chlamydien wirkt. Hierzu gibt es eine zumindest in Vitro vielversprechende Studie aus dem Jahr 1998.5

Kokosöl gegen Pilze

Es sind aber nicht nur Bakterien, Viren & Co. gegen die die mittelkettigen Fettsäuren des Kokosöls wirksam angewendet werden können. Bei diversen Pilzerkrankungen, insbesondere Hautpilzen wie Fußpilz oder Genitalpilz wird Kokosöl (besonders Verbindung mit ätherischem Oreganoöl) erfolgreich als natürliches Anti-Pilz-Mittel eingesetzt. Auch innerlich, wie beispielsweise bei Candida-Ansiedlungen auf der Mundschleimhaut, was für Prothesenträger interessant ist, oder Darmpilzinfektionen ist seine Wirksamkeit inzwischen durch einige Studien6 belegt.

… und unsere Darmbakterien?

Apropos Darm: Wer sich zwischenzeitlich fragt, was die antimikrobiellen Aktivität des Kokosöls in unserem Darm anrichtet, sei beruhigt. Forschungen belegen, dass beispielsweise Monolaurin keine negative Auswirkung auf unser Mikrobiom, also unsere nützlichen Darmbakterien, hat. 1990 wies ein Forscherteam um Issacs E.C. nach, dass Escherichia coli und Salmonella enteritidis, ein Teil unserer natürlichen Darmflora, keine Inaktivierung durch Monolaurin erfuhren, während Haemophilus influenza, Staphylococcus epidermidis und die grampositive Gruppe-B-Streptokokkus in hohem Maße inaktiviert wurden.

Kokosöl – Balsam für das Herz

Was sich inzwischen jedoch deutlich belegen lässt, ist: Fett ist nicht gleich Fett – vor allem nicht im Hinblick auf unser Herz. Wie wirkt sich nun aber Kokosöl auf unser Herz, unsere Blutgefäße und unseren Cholesterinspiegel aus? Müssen wir nicht besonders vor gesättigtem Fett Angst haben, wie es uns von Kindheit an eingebläut worden ist? Dieses Thema wurde über die letzten 4 Jahrzehnte ausführlich erforscht – mit beruhigendem Ergebnis: Kokosöl hilft die Risikofaktoren für eine Herzerkrankung zu minimieren. Wie kann das sein? Denn insbesondere Kokosöl enthält doch zu 90 % gesättigte Fettsäuren und die sind ja bekanntlich schädlich für unser Herz und erhöhen den Cholesterinspiegel?

Kokosöl wirkt sich wesentlich auf die Herzgesundheit aus
©luengo_ua – stock.adobe.com

Bereits 1988 setzte sich eine Studie8 mit den Auswirkungen von Kokosöl auf den Serum-Cholesterinspiegel und die Atherogenese (= Entwicklung einer Arteriosklerose) auseinander und kam zu dem Schluss, dass »Kokosöl hinsichtlich der Arteriosklerose als neutrales Fett einzustufen ist, sofern es mit anderen Fetten oder ausreichend Linolsäure ergänzt wird«. Eine Bevölkerungsstudie9 aus dem Jahr 1992 zeigt, dass »Kokosöl in der Ernährung weder zu einem hohen Serum-Cholesterinwert noch zu einer hohen Sterblichkeit oder erhöhten Pathologie durch koronare Herzkrankheiten führt.« Parallel dazu stellte man fest, dass Menschen, deren Ernährung hauptsächlich aus Kokosnuss bzw. Kokosöl bestand (also Insel- oder Meeresküstenbewohner), keine Anzeichen dafür zeigten, dass diese hohe Zufuhr von gesättigten Fetten in irgendeiner Weise eine schädliche Wirkung hätte.10 Im Gegenteil: Wenn diese Menschen in eine Gegend auswanderten, wo ihr Kokosölkonsum sank, stiegen ihre Cholesterinwerte, genauer genommen stieg der LDL-Wert an, während der HDL-Wert sank. Eine ungesunde Entwicklung, denn das »gute« HDL-Cholesterin transportiert Cholesterin aus dem Körper, löst es aus den Wänden der Blutgefäße und schützt so vor Arteriosklerose. Offenbar ist es der im Kokosöl enthaltenen Laurinsäure zu verdanken, dass sich der gefäßschützende Wert des HDL-Cholesterins im Blut erhöht.

Das Jahrzehnte lang propagierte Credo vom bösen Cholesterin und den guten ungesättigten Fettsäuren gerät nicht zuletzt seit einer im April 2016 im British Medical Journal veröffentlichten Studie11 ins Wanken. Diese stellt fest, dass eine Ernährung mit vorzugsweise Pflanzenöl, also vielen ungesättigten Fettsäuren, einen »positiven« Effekt auf das Cholesterin hatte. Allein der gesenkte Cholesterinspiegel wollte keinen Einfluss auf die Infarkthäufigkeit zeigen. Das Gegenteil zeichnete sich ab: Ein niedrigerer Cholesterinspiegel war mit einem erhöhten Infarktrisiko verbunden!

Kokosöl – Brainfood vom Feinsten

Neben koronaren Herzerkrankungen ist der Anstieg von Demenz beziehungsweise Alzheimer eine weitere »Welle«, mit der unsere Gesellschaft konfrontiert ist. »Weltweit erkrankt alle 3,2 Sekunden ein Mensch an Demenz«, stellt der Dachverband Alzheimer’s Disease International in seinem Jahresbericht 2015 fest. Die Behandlung, aufgrund der steigenden Behandlungskosten ein weltweites volkswirtschaftliches Desaster. In Deutschland leben derzeit etwa 1,6 Millionen Menschen, die an Demenz leiden. 

Eigentlich Grund genug, sich nach alternativen und vor allem billigeren Behandlungsmöglichkeiten umzutun. Und auch hier wäre Kokosöl eine denkbare Option. 

Der Hintergrund: Um seine Funktion erfüllen zu können, benötigt unser Gehirn ununterbrochen eine ausreichende Menge an Energie. Sobald diese Versorgung mit Energie unterbrochen ist, beginnen die Gehirnzellen langsam abzusterben. Eine kurzfristige Unterversorgung kann zu Kopfschmerzen, Müdigkeit oder kognitiven Dysfunktionen führen, längerfristig können sich jedoch schwerwiegende neurodegenerative Erkrankungen, wie Alzheimer oder Parkinson einstellen. Wie es dazu kommt? Das demente beziehungsweise betroffene Gehirn kann unseren Hauptenergieträger Glukose nur noch unzureichend als Energiequelle nutzen. Eine anhaltende Unterversorgung ist die Folge. Wenn der Körper nun aber aus Kokosöl sogenannte Ketone herstellt, kann das Gehirn diese als alternative Energiequelle nutzen. Diese Annahme bestätigen inzwischen mehrere Studien.12,13

Kokos gegen Soja – Kampf der Industrie

Angesichts der Vielzahl an positiven Eigenschaften und Wirkungen des Kokosöls ist es verwunderlich, dass all diese Informationen, obwohl sie seit Jahrzehnten bekannt sind, lange Zeit in Vergessenheit gerieten. Zufall oder Absicht? Über die Hintergründe ließe sich glatt ein Verschwörungsthriller schreiben.

Seit den Fünfzigerjahren sahen die Soja- und Rapsölproduzenten im Kokosöl eine ernstzunehmende Bedrohung ihres Geschäftsmodells. Nachdem ein Forscher in Minnesota behauptet hatte, das gehärtete Pflanzenfette die Ursache für den rapiden Anstieg von Herzerkrankungen sei, war die Speiseölindustrie alarmiert. Daraufhin verlegte man sich darauf, die in Lebensmitteln vorkommenden »gesättigten Fette« durch »mehrfach ungesättigte Fette« zu ersetzen.

Die US-Verbraucherschutzorganisation CSPI (Center for Science in the Public Interest) veröffentlichte 1986 eine Pressemitteilung, in der sie »Palm-, Kokos- und Palmkernöl« als »reich an arterienverstopfenden gesättigten Fetten« bezeichnete. Die Organisation forderte auch die Kennzeichnung als »gesättigtes Fett«, wenn Palm-, Kokos- oder Palmkernöl in einem Produkt enthalten waren. Der Feldzug gegen die sogenannten »tropischen Öle« gipfelte in einer Broschüre des CSPI mit dem Titel »Saturated Fat Attack« (1988, Angriff auf gesättigte Fette). Diese enthält eine lange Liste von verarbeiteten Lebensmitteln, die vermutlich mit Kokosöl, Palmöl, Talg, Butter oder Schmalz hergestellt wurden. Dank CSPI sind gesunde traditionelle Fette wie Kokosöl fast vollständig aus dem Nahrungsangebot verschwunden, ersetzt durch künstlich hergestellte Transfette, die bekanntermaßen viele Krankheiten verursachen.

Eine beispiellose Marketing-Diffamierungskampagne

Und wer profitierte letztlich? Einzig und allein die Sojabohnenindustrie, in den USA in Form der American Soybean Association ASA. Auch diese fuhr etwa zeitgleich zur CSPI eine Kampagne gegen Kokosöl und andere tropische Öle. Die geballte Marketing-Diffamierungs-Kampagne von Industrie (ASA) und Politik (CSPI) war erfolgreich. 1987 veröffentlichte die New York Times einen Leitartikel mit dem Titel »The Truth About Vegetable Oil« (dt.: Die Wahrheit über pflanzliche Öle). Hier wurden Kokosöl und andere tropische Öle schlichtweg als »billig und arterienverstopfend« bezeichnet. Und letztlich schlossen sich in den USA auch die American Heart Association (AHA) und National Heart Savers Association diesem Feldzug gegen gesättigte Fette an. Jeder glaubte, dass gesättigte Fette schlecht für die Gesundheit seien und zu einem erhöhten Cholesterinspiegel, Fettleibigkeit, Herzkrankheiten oder Alzheimer führten. Der Durchschnittsamerikaner, nicht anders in Europa, hatte genau solche Angst vor Fetten wie in frühen Zeiten vor Hexen. Die Öffentlichkeit, aber auch Ärzte und Ernährungsfachleute waren erfolgreich alarmiert. Oder sollte man sagen erfolgreich desinformiert?

Eine fatale Fehlentwicklung! Denn letztlich achtete niemand mehr auf die eigentlichen Gesundheitsräuber, nämlich die Transfette in gehärteten Ölen und Fetten. 

Die Wahrheit über gesättigte Fette

Kokosöl unterstützt das Immunsystem und schenkt eine gesunde und jugendliche Haut
©contrastwerkstatt – stock.adobe.com

Tatsache ist: Nicht alle gesättigten Fette sind gleich. Der Schlüssel liegt in ihrer Entstehung. Es gibt einige gesättigte Fette, die natürlich vorkommen, wie beispielsweise in Kokosöl, und andere, die erst durch den künstlichen Prozess der sogenannten Hydrierung in einen gesättigten Zustand versetzt werden. Im Zuge der Hydrierung werden ungesättigten Pflanzen- und Samenöle so manipuliert, dass ihnen während einer Phase der Erhitzung Wasserstoffatome hinzugefügt werden. Das Ergebnis ist ein ranziges, verdicktes Öl, das künstlich zu einem gesättigten Fett gemacht wurde: die Transfette. Letztlich dienen diese Transfette aber nur der Verlängerung der Haltbarkeit von verarbeiteten Lebensmitteln dient – und dadurch der Gewinnmaximierung der Lebensmittelkonzerne. 

Gott sei Dank vertreten Medizin und Wissenschaft inzwischen die Auffassung, dass solche hydrierten Pflanzen- und Samenöle vermieden werden sollten. Über die gesundheitlichen Gefahren dieser künstlich gesättigten Fette gibt es inzwischen keine Kontroverse mehr. Unglaublich, aber wahr: Es sind genau diese Transfette, die seit den 50er Jahren von den Interessensgruppen als »gesund« und »herzfreundlich« bezeichnet wurden! Aber schließlich kam die Wahrheit ans Licht. Transfette wurden als die wahren Feinde der Gesundheit enthüllt, die sie immer waren. 

Dies hat leider zu großer Verwirrung geführt, wie die gesundheitliche Wirkung natürlich vorkommender gesättigter Fette, einschließlich Kokosöl, einzuschätzen ist. Aber wenn gesättigte Fette gesund für Sie sind, dann die, die im Kokosöl vorkommen. Zusammenfassend hier noch einmal einige der erstaunlichen gesundheitlichen Vorteile:

  • Förderung der Herzgesundheit
  • Förderung einer notwendigen Gewichtsreduktion
  • Unterstützung des Immunsystems
  • Unterstützung eines gesunden Stoffwechsels
  • Versorgung mit einer unmittelbaren Energiequelle
  • Gesundheit und Jugendlichkeit für die Haut

Kokosöl im Alltag – praktische Tipps

Wenn Sie das Kokosöl zur Heilung einsetzen möchten, sollten Sie mehrere Esslöffel am Tag zu sich nehmen
@New Africa – stock.adobe.com

Mehr Kokosöl in Ihrer Ernährung aufzunehmen ist nicht schwer. Sie können es beispielsweise anstelle eines Süßstoffs Ihrem Tee oder Kaffee zufügen und sich so eine Art »Bulletproof«-Kaffee oder -Tee zaubern. Auf diese Weise kann das Kokosöl dazu beitragen, die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen zu verbessern und so ihre Wirksamkeit zu erhöhen.

Kokosöl ist auch ideal zum Kochen und Backen aller Art. Es hält höheren Temperaturen stand, ohne, wie viele andere Öle, beschädigt zu werden. Olivenöl dagegen sollte man aus diesem Grund nicht zum Kochen verwenden, sondern es vielmehr als Salatdressing einsetzen.

Aber nicht nur beim Kochen oder Backen leistet Kokosöl hervorragende Dienste. Seine Einsatzmöglichkeiten sind weitaus vielfältiger. So kann es sowohl wertvoller Bestandteil der Hausapotheke als auch der natürlichen Körperpflege werden. Auf Schnitt- oder Schürfwunden aufgetragen, kann Kokosöl seine antibakterielle, antivirale und antimykotische Wirkung voll entfalten. Es schützt zuverlässig vor Infektionen und unterstützt gleichzeitig den natürlichen Heilungsprozess der Haut, wobei es sich positiv auf die Narbenbildung auswirkt. Probieren Sie es aus!

Aber auch als Kosmetikum, zur Haarpflege, als Deodorant oder gegen Akne kann Kokosöl eingesetzt werden. Die Anwendungsmöglichkeiten in Küche und Haushalt sind vielfältig. 

Quellen & weiterführende Literatur

  1. Enig Dr. M, Fallon S: »Die Wahrheit über gesättigte Fette«. The Weston A. Price Foundation. 2011 Mar 8.
  2. Tsuji H, Kasai M, Takeuchi H: »Dietary Medium-Chain Triacylglycerols Suppress Accumulation of Body Fat in a Double-Blind, Controlled Trial in Healthy Men and Women«. The Journal of Nutrition. Volume 131, Issue 11, 2001 Nov, Pages 2853–2859. doi.org/10.1093/jn/131.11.2853.
  3. Hon GM, Hassan MS, van Rensburg SJ et al.: » Membrane saturated fatty acids and disease progression in multiple sclerosis patients«. Metabolic Brain Disease. 2009 Dec;24(4):561-8. doi: 10.1007/s11011-009-9159-0. Epub 2009 Nov 5.
  4. Manohar V, Echard B, Perricone N et al.: »In Vitro and In Vivo Effects of Two Coconut Oils in Comparison to Monolaurin on Staphylococcus aureus: Rodent Studies«. Journal of Medicinal Food, Vol. 16, No. 6. doi.org/10.1089/jmf.2012.0066.
  5. Bergsson G, Arnfinnsson J, Karlsson S et al.: »In vitro inactivation of Chlamydia trachomatis by fatty acids and monoglycerides.« Antimicrobial Agents and Chemotherapy. 1998 Sep;42(9):2290-4. doi: 10.1128/AAC.42.9.2290.
  6. Gunsalus K, Tornberg-Belanger S, Matthan N et al.: »Manipulation of Host Diet To Reduce Gastrointestinal Colonization by the Opportunistic Pathogen Candida albicans«. mSphere 1(1):e00020-15. doi:10.1128/mSphere.00020-15.
  7. Enig Dr. M: »The Health Benefits of Coconuts& Coconut Oil«. Asian Pacific Coconut Community (APCC). 1999.
  8. Blackburn GL et al., »A reevaluation of coconut oils effect on serum cholesterol and atherogenesis«. Journal of the Philippine Medical Association. 1989;65(1):144-152.
  9. Kaunitz H, Dayrit CS »Coconut oil consumption and coronary heart disease«. Philippine Journal of Internal Medicine. 1992 May-Jun;30(3):165-171.
  10. Prior IA et al.: »Cholesterol, coconuts, and diet on Polynesian atolls: a natural experiment: the Pukapuka and Tokelau Island studies«. American Journal of Clinical Nutrition. 1981 Aug;34(8):1552-61. doi: 10.1093/ajcn/34.8.1552.
  11. Ramsden C et al.: »Re-evaluation of the traditional diet-heart hypothesis: analysis of recovered data from Minnesota Coronary Experiment (1968-73).« BMJ. 2016 Apr 12;353;i1246. doi: 10.1136/bmj.i1246
  12. Hu Yang I, De la Rubia Ortí JE, Sabater P et al.: »Coconut oil: non-alternative drug treatment against alzheimer’s desease«. Nutrición Hospitalaria. 2015 Dec 1;32(6):2822-7. doi: 10.3305/nh.2015.32.6.9707.
  13. Page KA, Williamson A, Yu N, McNay EC et al.: »Medium-chain fatty acids improve cognitive function in intensively treated type 1 diabetic patients and support in vitro synaptic transmission during acute hypoglycemia«. Diabetes. 2009 May; 58(5):1237-44. doi: 10.2337/db08-1557. Epub 2009 Feb 17.

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