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Der Lavendel ist eine Heilpflanze, die besonders stark auf unser Befinden wirkt. Schon ihr Duft senkt unser Stresslevel. Diese wunderschöne Pflanze hilft bei Ängsten, Unruhe, Nervosität sowie Schlafstörungen und bringt noch einige weitere Fähigkeiten mit.

Auf einen Blick
  1. Der Lavendel kann nahezu überall angebaut werden, ist robust und winterhart; er dient als Zierpflanze, als Heilpflanze und zur Gewinnung von natürlichen Duftstoffen.
  2. Zu unterscheiden ist jedoch der echte Lavendel von anderen Lavendelarten, denn nur dieser besitzt die starken Heilkräfte; manche Arten können sogar leicht giftig sein.
  3. Als Tee, Badezusatz oder in Form von Kapseln wirkt Lavendel angstlösend, beruhigend sowie krampflösend und zeigt dabei eine starke Wirkung.
  4. Lavendel kann ganz einfach selbst angepflanzt werden und es lassen sich eine Reihe hilfreicher Haushaltsmittelchen daraus herstellen – Hinweise dazu finden Sie in diesem Artikel.

Lavandula angustifolia – der echte Lavendel

Der echte Lavendel, auch Lavandula officinalis genannt, ist eine Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Der bis zu 100 Zentimeter hohe, manchmal sogar bis zu 200 Zentimeter hohe Strauch macht durch seine intensiv lilafarbenen Blüten und einen ausgeprägten Duft auf sich aufmerksam. Der Lavendel kommt ursprünglich aus den Küstenregionen des Mittelmeerraums und wächst vorzugsweise an trockenen, felsigen Hängen.

Der Lavendel liebt die Wärme, ist jedoch sehr robust und kann nahezu überall angebaut werden. Er überlebt sogar den winterlichen Frost Mitteleuropas. Aufgrund seiner Eigenschaften ist der Lavendel ein Allround-Talent: Er dient als pflegeleichte Zierpflanze, als wertvolle Heilpflanze und zur Gewinnung von natürlichen Duftstoffen.

Verwendet werden die Blüten des Lavendels. Diese enthalten 1 bis 3 Prozent ätherisches Öl, Lamiaceengerbstoffe und Phenolcarbonsäuren, wie beispielsweise die Rosmarinsäure. Das ätherische Öl des Lavendels enthält Linalool, Linalylacetat und Terpene.

Schon die Römer nutzten Lavendel als Badeessenz, daher leitet sich der Name dieser Pflanze von dem lateinischen Wort lavare für »waschen« ab. Der Zusatz angustifolia steht hingegen für »schmalblättrig« und beschreibt das Aussehen der Pflanze.

Heilpflanze oder Zierlavendel?

Der echte Lavendel ist leicht zu verwechseln mit Lavandin, einem Hybrid aus dem echten Lavendel und dem Speiklavendel (Lavandula latifolia). Lavandin ist meist etwas größer und seine Blätter zeigen hingegen zum echten Lavendel keine silbrig-weiße Unterseite. Lavandin wird häufig in Kosmetik, Haushaltsmitteln und preiswerten Ölen sowie Parfüms verwendet.

Der Hybrid-Lavendel Lavandin weist geringere Wirkstoffqualitäten auf und sollte für Ihren privaten Gebrauch höchstens als Zierlavendel dienen. Der Schopflavendel, welcher ebenfalls meist als Zierpflanze genutzt wird, eignet sich auch nicht als Arzneipflanze und kann sogar leichte Vergiftungserscheinungen hervorrufen.

Verwenden Sie grundsätzlich nur den echten Lavendel als Heilpflanze und in der Küche.

Wer eine heilende Wirkung erzielen möchte, sollte beim Kauf von Lavendelprodukten darauf achten, dass in den Inhaltsstoffen »Lavandula angustifolia« oder »Lavandula officinalis« steht. Wenn es um den Duft im Waschmittel oder das mottenverscheuchende Stoffsäckchen im Schrank geht, ist es völlig okay, andere Arten des Lavendels zu nutzen. Doch auf Ihre Haut und in Ihren Magen sollte nur der echte Lavendel kommen.

Arzneipflanze Lavendel

Der interdisziplinäre Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde wählte den Lavendel zur Arzneipflanze des Jahres 2020.1

In der traditionellen Medizin findet der Lavendel schon seit langer Zeit Anwendung und auch die moderne Forschung konnte sich von den heilenden Fähigkeiten dieser Pflanze überzeugen. In der Medizin werden die getrockneten Lavendelblüten (Lavandulae flos) und das aus den frischen Blüten gewonnene ätherische Öl (Lavandulae aetheroleum) verwendet. Die heilenden Wirkungen des Lavendels, vor allem auch auf unsere Psyche, wurden durch zahlreiche Studien belegt.

Das wohl bekannteste Lavendel-Medikament ist Lasea®, welches 2010 in Deutschland zugelassen wurde und ein beliebtes pflanzliches Arzneimittel gegen Angst, Unruhe und Schlaflosigkeit ist. Lasea® kann, gerade in Zeiten allgemeiner Unruhe und Angst, helfen, gestärkt durch den Tag zu gehen. In den Kapseln befindet sich Lavendelöl, daher handelt es sich hier um eine weitaus höhere Konzentration als es beispielsweise bei einem Tee aus Lavendelblüten der Fall ist.

Die Wirkung von echtem Lavendel

Lavendel ist das ideale pflanzliche Mittel bei innerer Unruhe, Angst, nervöser Erschöpfung, Schlafstörungen, posttraumatischen Belastungsstörungen und nervösen Magen-Darm- sowie Gallenbeschwerden. Auch Spannungskopfschmerzen können gelindert und eine verspannte Muskulatur gelockert werden. Sie sehen, wo Nervosität, Angst und Anspannung auftreten, kann der Lavendel Abhilfe schaffen.

Zusammengefasst kann man sagen, der Lavendel wirkt:

  • beruhigend,
  • angstlösend,2
  • stimmungsaufhellend,
  • neuroprotektiv,
  • antibakteriell,
  • krampflösend und
  • gallentreibend.

Anwendung von Lavendel

Verwendung in der Küche

Lavendel gibt verschiedensten Gerichten einen würzigen, leicht bitteren Geschmack und beeindruckt durch seine schöne Farbe. In der französischen Küche wird der Lavendel sehr oft verwendet – vom Salat bis hin zum Fisch, in Soßen und Desserts. Auch in den bekannten »Kräuter de Provence« befindet sich häufig Lavendel. Sind Sie auch einer jener Kräuterliebhaber, die sich ihre Kräuter selbst mischen und mörsern, kann ich Ihnen nur empfehlen, ein paar getrocknete Lavendelblüten in Ihren Mischungen auszuprobieren.

Bäder für einen besseren Schlaf

Ein Lavendelvollbad ist ein herrliches Dufterlebnis und beruhigt Körper und Geist. Besonders nach einem anstrengenden Tag trägt ein Lavendelbad zu einem guten und regenerierenden Schlaf bei. Übergießen Sie für Ihren Badezusatz etwa 100 Gramm Lavendelblüten mit 2 Litern heißem Wasser und lassen Sie ihn etwa 5 Minuten ziehen. Sie können die Blüten abseihen oder mit in die Badewanne geben. Zu Ihrem Badezusatz können Sie außerdem noch ein paar Tropfen ätherisches Lavendelöl geben. Fügen Sie weiterhin noch Meersalz hinzu, wird Ihr Energiefeld gereinigt und Ihre Haut ganz zart. Natron und Bittersalz helfen, den Körper zu entsäuern und machen sich auch immer gut in selbstgemachten Badezusätzen.

Mit Lavendel lassen sich Öle, Salze, Seifen, Tonics, Duftsäckchen und -sprays selbst herstellen
© Grafvision – stock.adobe.com

Massageöl für eine verspannte Muskulatur

Für eine verspannte Muskulatur lässt sich ganz einfach ein entspannendes Massageöl mixen: Mischen Sie ätherisches Öl aus dem Lavendel mit einem Trägeröl Ihrer Wahl – auf 100 Milliliter etwa 20 Tropfen.

Sie können auch getrocknete Lavendelblüten in ein Trägeröl, beispielsweise Jojobaöl, geben und mindestens 4 Wochen bei gelegentlichem Schütteln in einem Gefäß vor Licht und Wärme geschützt verweilen lassen, dann abseihen. Massieren Sie die verspannte Muskulatur mit Ihrem Lavendelöl und ruhen Sie sich danach schön warm eingepackt aus.

Bei psychischer Belastung: Lavendelölkapseln

Lavendelweichkapseln beinhalten meist eine recht hohe Konzentration Lavendelöl und eignen sich bestens bei Ängsten – ob vor einer Trennung, den Auswirkungen der Coronakrise oder sogar bei Platzangst. Depressive Verstimmungen und Erschöpfungszustände bei gleichzeitiger Nervosität können innerhalb kurzer Zeit gut behandelt werden. Lavendelölkapseln gibt es in der Apotheke – ich empfehle Ihnen die Lasea® Weichkapseln. Die Wirkung tritt nicht sofort, sondern etwa nach einer Woche ein, jedoch dann merklich. Man fühlt sich wesentlich entspannter, schläft besser und macht sich weniger Sorgen. Lavendel macht weder abhängig noch ist man morgens oder tagsüber müde.

Lavendeltee

Der Lavendeltee stellt eine sanfte Behandlungsmethode bei Nervosität, Unruhe, Ängsten, Schlafstörungen und nervösen Magen-Darm-Beschwerden dar. Übergießen Sie hierfür einen Teelöffel der getrockneten Blüten mit heißem Wasser und lassen Sie den Tee abgedeckt 10 Minuten ziehen. Trinken Sie mehrere Tassen täglich. Die Wirkung tritt auch hier etwa nach einer Woche ein, wobei man meist sofort besser schlafen kann – was sicherlich auch mit dem Aroma des Tees zusammenhängt. Schon wenige Minuten Lavendelduft in der Nase sorgen für Entspannung.

Lavendel-Tonic

Durch die antibakterielle und beruhigende Wirkung kann der Lavendeltee auch als Tonic für die Haut angewendet werden. Umgefüllt in eine Sprühflasche dient er als duftendes und gegen Unreinheiten und Rötungen wirkendes Gesichtswasser. Studien deuten darauf hin, dass Lavendel auch UV-bedingte Hautschäden reduzieren kann.3

Lavendel gegen Motten und Mücken

Dieses alte Hausmittel kennt wohl jeder: Ein kleines Stoffsäckchen mit getrockneten Lavendelblüten hält Motten davon ab, Löcher in Ihre Kleidung zu fressen. Es reicht, wenn man nur wenige davon zwischen die Kleidung hängt und die Blüten austauscht, wenn der Duft nachlässt. Sie schlagen auch zwei Insekten mit einer Pflanze – ohne diesen etwas zu Leide zu tun, denn Mücken haben den Lavendel auch nicht gern.

Nebenwirkungen von Lavendel

Lavendel sollte nicht gemeinsam mit anderen Beruhigungsmitteln eingenommen werden, ohne dies mit dem Arzt abzusprechen. In seltenen Fällen kann eine Allergie auf Lavendel bestehen. Dies können Sie testen, indem Sie Lavendelöl auf eine kleine Stelle Ihrer Haut geben. Entstehen Rötungen oder juckt die Haut, sollten Sie Lavendel nicht anwenden. Schwangere Frauen, Babys und kleine Kinder sollten Lavendel nur unter Rücksprache mit dem Arzt anwenden.

Verwenden Sie ausschließlich 100 Prozent naturreine ätherische Öle aus biologisch angebauten Pflanzen oder aus Wildsammlungen.

Lavendel pflanzen

Es ist ratsam, den echten Lavendel zu pflanzen, da dieser nicht nur die Heilwirkungen besitzt, für Menschen ungiftig ist und stark duftet, sondern auch unseren Winter überlebt. Der Schopflavendel hingegen übersteht den Winter in Mitteleuropa eher selten.

Der wärmeliebende Lavendel mag einen sonnigen Standort, gerne Richtung Süden und braucht einen nährstoffarmen, durchlässigen Boden. Durchsetzen Sie seine Erde am besten mit Sand und Kies. Wird er im Topf gezüchtet, sollten Sie Steine oder Tonscherben als Drainage in den Topf legen, bevor die Erde aufgefüllt wird.

Lavendel braucht einen regelmäßigen Schnitt, sonst wird er blühfaul. Schneiden Sie Ihren Lavendel direkt nach der Blüte zurück und bevor der Frühling losgeht. Im späten Herbst kann nochmal ein Reinigungsschnitt erfolgen. Düngen Sie Ihren Lavendel bitte nicht, das wirkt sich eher ungünstig auf sein Wachstum aus.

Mit dem Lavendel im Garten tun Sie auch etwas für die Artenvielfalt: Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten fühlen sich davon angezogen
© Pat on stock – stock.adobe.com

Halten Sie den Lavendel trocken und gießen Sie ihn nur alle paar Tage ein wenig. Gerade im Winter ist es wichtig, dass der Lavendel nicht feucht steht. Gießen Sie gerade so viel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet. Ist es sehr kalt, kann der Lavendel beispielsweise durch Rindenmulch geschützt werden.

Der Lavendel blüht von Juni bis August und sollte kurz vor dem Blütenhochstand geerntet werden, wenn die meisten Blüten schon geöffnet und einige noch geschlossen sind. Hängen Sie die Stängel kopfüber zum Trocknen auf.

Jeden Frühling kann man seinen Lavendel ganz einfach vermehren, indem man Stecklinge in einem Gemisch aus Erde und Sand steckt und sie eintopft oder ins Beet setzt, sobald sie bewurzelt sind.

Lavendel im Topf kann nur in den ersten 3 bis 4 Jahren umgetopft werden, danach ist es gut möglich, dass die Pflanze dies nicht allzu gut wegsteckt.

Quellen & weiterführende Informationen

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