Skip to Content

Fast jeder Mensch hat sie, diese dunklen Flecken auf der Haut. Sie können angeboren sein – und heißen dann »Muttermal«. Oder sie bilden sich im Laufe des Lebens – und werden »Leberflecken« genannt. Im Grunde bezeichnet beides das Gleiche, nämlich eine sichtbare Veränderung von bestimmten Hautzellen. Manche finden nichts Besonderes dabei. Andere stören die Flecken sehr. Doch was ist dann? Können die Flecken behandelt oder entfernt werden? Und überhaupt: Wie gefährlich sind sie? Kann sich daraus Hautkrebs entwickeln? Antworten auf die 7 wichtigsten Fragen zu Muttermalen und Leberflecken.

Auf einen Blick
  1. Muttermale können von Geburt an vorhanden sein oder als Leberflecken erst später entstehen. Meistens ist diese Entwicklung aber bis zum 30. Lebensjahr abgeschlossen.
  2. Ursache für die Entstehung von Muttermalen oder Leberflecken können genetische Veranlagung ebenso sein wie von außen einwirkende Reize.
  3. Grundsätzlich sind Muttermale oder Leberflecken erst einmal als gutartig einzustufen. In seltenen Fällen können sie aber auch zu Hautkrebs entarten. Um dies rechtzeitig zu erkennen, sollte auf Veränderungen geachtet werden.
  4. Als störend empfundene gutartige Muttermale oder Leberflecken können im Aussehen mit naturheilkundlichen Anwendungen beeinflusst werden. Manchmal verschwinden sie dann sogar vollständig.

Was sind Muttermale und Leberflecken?

Muttermale und Leberflecken werden in der Fachsprache »Naevi« (lat. naevus = »Muttermal«) genannt. Während in der Umgangssprache beide Begriffe häufig gleichwertig nebeneinander verwendet werden, legen manche Dermatologen Wert darauf, dass es sich bei Muttermalen um schon bei der Geburt vorliegende Hautveränderungen handelt, während Leberflecken sich erst im Laufe des Lebens – meistens bis zum 30. Lebensjahr – neu entwickeln. Bei beiden handelt es sich um Veränderungen der pigmentbildenden Zellen in der Haut. Sie können von wenigen Millimetern Durchmesser bis hin zu einigen Zentimetern groß sein – sehr große Naevi kommen manchmal sogar auf deutlich mehr als zehn Zentimeter.

Im Durchschnitt hat ein Mensch zwischen 20 und 40 Muttermale oder Leberflecken. Diese können flach und mit der Haut eben sein, sich ein wenig von ihr abheben, sich glatt oder knotig anfühlen oder, weniger häufig, sogar von Haaren bewachsen werden. Meistens heben sie sich in einem dunklen, braunen oder grauen Farbton von der Haut ab. Sie können aber auch eine gelbe, rote, blau-graue Färbung annehmen oder sich hautfarben so gut wie nicht von ihrer Umgebung abheben. Grundsätzlich sollte man erst einmal davon ausgehen, dass Muttermale oder Leberflecken harmlos sind. In seltenen Fällen aber entarteten sie und werden zu Hautkrebs (dazu weiter unten mehr).

Was sind die Ursachen von Muttermalen und Leberflecken?

Am häufigsten kommt es bei Personen mit heller Haut zu Naevi. Bei ihnen liegt oft eine genetische Veranlagung vor, die zum Wachstum von Muttermalen und Leberflecken führen kann. Allerdings kann diese Veranlagung – wenn auch etwas seltener – bei dunkelhäutigen Menschen ebenfalls vorhanden sein. Hinweis auf eine genetische Veranlagung ist es, wenn in einer Familie unter Verwandten ersten Grades Muttermale oder Leberflecken besonders häufig auftreten. In selteneren Fällen – und das ist sogar ein deutlicher Hinweis auf eine genetische Veranlagung – kommt es vor, dass Kinder an genau derselben Körperstelle einen Naevus aufweisen wie der Vater oder die Mutter.

Muttermale und Leberflecken sind genetisch veranlagt
©Konstantin Aksenov – stock.adobe.com

Allerdings ist eine genetische Veranlagung nicht die ausschließliche Ursache für die Entstehung von Naevi. So spielt auch die Anzahl der Stunden, die man als Kind oder Jugendlicher ohne Hautschutz in der Sonne verbracht hat, eine entscheidende Rolle für das Entstehen von Muttermalen oder Leberflecken. Der Grund dafür ist der im Sonnenlicht enthaltende UV-Anteil. Dieser wirkt auf die pigmentbildenden Zellen in der Haut, die Melanozyten, ein und regt sie dazu an, verstärkt den Hautfarbstoff Melanin zu produzieren. Melanin ist für die unter Sonneneinwirkung entstehende Hautbräunung verantwortlich. Gleichzeitig kann das UV-Licht das Wachstum der Melanozyten aus dem Gleichgewicht bringen und dafür sorgen, dass sich diese übermäßig vermehren und zusammenlagern. Auf diese Weise entsteht ein – gutartiger – Leberfleck.
Neben genetischer Veranlagung und dem Einfluss des UV-Lichts können auch hormonelle Veränderungen die Bildung und Entwicklung von Muttermalen anregen, wie etwa Veränderungen des Hormonspiegels während der Schwangerschaft. Das kann der Grund dafür sein, wenn Naevi plötzlich größer oder dunkler werden.

Wann sollen oder müssen Naevi behandelt werden?

Wie bereits gesagt: Grundsätzlich kann erst einmal davon ausgegangen werden, dass Naevi gutartig sind. Solange sie nicht stören, gibt es dann auch keinen Grund, sie zu behandeln oder zu entfernen. Allerdings kommt es manchmal vor, dass Naevi an Körperstellen sitzen, wo sie scheuern oder sich sogar entzünden. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Kleidung oder ein Gürtel ständig über sie hinweggleiten. Dann ist es besser, einen Naevus zu entfernen.

Ein weiterer Grund ist häufig kosmetischer Natur. Während manche Naevi bei Frauen früher galant als »Schönheitsflecken« bezeichnet wurden, gibt es auch das exakte Gegenteil, bei dem die Hautveränderung als extrem störend empfunden wird. Auch in solchen Fällen kann ein Naevus operativ entfernt werden. Es gibt die Möglichkeit, Muttermale oder Leberflecken mit dem Skalpell aus der Haut zu schneiden, mit dem Laser zu entfernen oder mit flüssigem Stickstoff zu vereisen. Unter der Kälte geht das Hautgewebe zugrunde und es entsteht eine kleine Blase, die im Laufe von Tagen oder Wochen abheilt.

Muttermale sollten Sie im Blick behalten!
©KALINOVSKIY- stock.adobe.com

Wichtig bei der Entfernung von Muttermalen oder Leberflecken ist stets, das entfernte Gewebe in einem Labor histologisch untersucht zu lassen. Nur so lässt sich eine eindeutige Aussage treffen, ob die Veränderung als gutartig, als Krebsvorstufe oder vielleicht sogar als bösartig einzustufen ist. Stellt sich bei dieser Untersuchung heraus, dass die Zellen bereits entartet waren, dann gilt der Betroffene als Risikopatient und es müssen für die Zukunft besondere Vorsorgemaßnahmen getroffen werden, wie zum Beispiel Kontrolluntersuchungen in kürzeren zeitlichen Abständen. Vor diesem Hintergrund ist die Entfernung von Naevi durch Vereisung oder mit dem Laser nicht so positiv zu sehen, denn dabei wird das Gewebe zerstört und es ist keine anschließende histologische Untersuchung mehr möglich.

Wie hoch ist das Hautkrebsrisiko?

Auch wenn Muttermale oder Leberflecken als gutartig gelten, besteht immer das Risiko, dass sie zu Hautkrebs entarten. Die Höhe dieses Risikos wird je nach Studie zwischen 0,5 und 10 Prozent angegeben1. Ein wesentlicher Risikofaktor ist die Anzahl der Naevi auf der Haut. Bis zu von etwa 30 Stück wird das Risiko als nicht erhöht eingestuft, darüber nimmt es allmählich zu, bei 100 Naevi gilt es als hoch. Das Risiko erhöhend sind neben intensiver Sonnenbestrahlung auch physikalische Einwirkungen wie etwa Verletzungen. Sitzt ein Naevus an einer Stelle, wo er häufig gescheuert oder gekratzt wird und es dabei vielleicht sogar zu Blutungen kommt, steigt das Risiko an. Melanozyten – die pigmentbildenden Zellen in der Haut – können dann entarteten und zu einem Melanom werden, einem bösartigen Tumor.

Was sollte einen vorsichtig werden lassen?

Es gibt Anzeichen, die man zum Anlass nehmen sollte, einen Hautarzt aufzusuchen. Er kann Muttermale oder Leberflecken durch ein Dermatoskop betrachten. Das ist eine Art beleuchtete Lupe, die es ermöglicht, feinste Gewebeveränderungen an einem Naevus zu erkennen und zu beurteilen. Bei der Selbstuntersuchung zu Hause aber, die man alle paar Monate vornehmen sollte, gibt die ABCDE-Regel an, auf was zu achten ist:

Die ABCDE-Regel

Schützen Sie sich vor intensiver Sonnenbestrahlung
©comodigit – stock.adobe.com

Asymmetrie: Die Muttermale oder Leberflecken sind nicht gleichmäßig rund oder oval.

Begrenzung: Gutartige Naevi sind klar und eindeutig von der sie umgebenden Haut abgegrenzt; ist der Übergang zur Haut ausgefranst oder verwaschen, ist das verdächtig.

Color: Weist ein Naevus mehrere Farbtöne auf oder verändert es mit der Zeit die Farbe, kann dies erster Hinweis auf eine Entartung sein.

Durchmesser: Wachsen Naevi und werden größer als 5 Millimeter im Durchmesser, ist auch das ein Warnsignal.

Entwicklung: Verändert sich bei einem Muttermal oder Leberfleck mit der Zeit einer der obigen vier Punkte, sollte das ein Hautarzt ansehen.

Aber auch ohne Veränderung sollte unbedingt der Hautarzt aufgesucht werden, wenn mindestens zwei Kriterien der ABCDE-Regel erfüllt werden. Je früher die Veränderung zu einem malignen Melanom erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Im Frühstadium liegen sie heute nur knapp unter 100 Prozent.

Wann sollte man den Hautarzt aufsuchen?

Verändert ein Muttermal oder ein Leberfleck seine Form oder seine Farbe, ist das immer verdächtig. Besonderes Zeichen für ein erhöhtes Risiko ist es, wenn ein Naevus schwarze Anteile bildet. Dann besteht das Risiko, dass der besonders gefährliche »schwarze Hautkrebs« daraus werden könnte. Dazu kommt es in Deutschland bei 12 bis 15 Menschen pro 100.000 Personen im Jahr. Bei knapp jedem Dritten davon entstand der Hautkrebs aus einem entarteten Naevus.

Stellt man eine Veränderung fest, geht man am besten vorsichtshalber möglichst bald zum Hautarzt. Da man aber selbst nicht alle Stellen des Körpers gut sehen kann, zum Beispiel am Rücken, ist es ratsam, ab dem 35. Lebensjahr regelmäßig eine Hautvorsorgeuntersuchung vornehmen zu lassen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür alle 2 Jahre. Bei Risikopatienten – etwa bei einer Häufung von Hautkrebs in einer Familie – ist diese Untersuchung auch öfter angebracht.

Kann das Aussehen gutartiger Naevi verändert werden?

Sind Muttermale oder Leberflecken eindeutig gutartig, aber in ihrem Aussehen störend und Sie möchten sie trotzdem nicht entfernen lassen, dann gibt es verschiedene naturheilkundliche Verfahren, etwas dagegen zu unternehmen2:

Apfelessig – Er enthält sowohl Apfelsäure als auch Weinsäure, die dazu beitragen können, dass Muttermale oder Leberflecken verschwinden. Tauchen Sie einen sauberen Wattebausch in Apfelessig, legen Sie diesen auf die betroffene Hautstelle und befestigen Sie ihn mit einem Pflaster oder Verband. Lassen Sie den Apfelessig täglich 5 bis 6 Stunden einwirken – solange bis das Muttermal oder der Leberfleck beginnt zu verkrusteten.

Knoblauch – seine schwefelhaltigen Bestandteile können dazu beitragen, Naevi verschwinden zu lassen. Eine Knoblauchzehe fein hacken, auftragen und mit einem Verband auf dem Muttermal oder Leberfleck fixieren. Täglich 12 Stunden einwirken lassen, bis der Naevus verschwindet.

Grapefruitsaft – Sein hoher Säuregehalt trägt dazu bei, die Färbung von Naevi aufzuhellen. Bis zu 3-mal täglich frisch gepresstem Grapefruitsaft auf das Muttermal oder den Leberfleck auftragen. Beenden Sie die Grapefruitsaftkur, wenn der Reiz für die Haut zu stark wird und es zu Rötungen kommt.

Zitronensaft – Seine hautaufhellende Wirkung ist noch etwas stärker als bei Apfelessig und Grapefruitsaft. Tauchen Sie einen Wattebausch in frischgepressten Zitronensaft, legen Sie diesen auf die betroffene Hautstelle und befestigen Sie ihn mit einem Pflaster. Nach 20 Minuten entfernen, damit es nicht zu Überreizungen kommt. Die Zitronensaftauflagen täglich 1-bis 2-mal vornehmen.

Ananas – Die in den Tropenfrüchten enthaltene Säure wirkt ebenfalls wie ein Bleichmittel auf Naevi. Ein Stück Ananas von der Größe des Muttermals oder des Leberfleckens ausschneiden, auflegen und mit einem Verband fixieren. Wenn das Ananasstück getrocknet ist durch ein neues ersetzen. So lange wiederholen, bis Muttermal oder Leberflecken heller werden.

Jod – Jodlösung wirkt nicht nur desinfizierend, sondern kann auch Muttermale oder Leberflecken aufhellen, in manchen Fällen sogar ganz entfernen. Dazu 3-mal täglich mit einem in Jodlösung getauchten Wattestäbchen das Muttermal oder Leberfleck betupfen.

Quellen & weiterführende Informationen

Passend zum Thema

Social Distancing gegen Corona: Kontaktbeschränkungen können das Ansteckungsrisiko sogar erhöhen

Social Distancing als Schutz vor Ansteckung mit Coronaviren – Experten bezweifeln mittlerweile, dass die Kontaktbeschränkungen wirklich sinnvoll sind. Verschiedene Untersuchungen zeigen vielmehr, dass die Virenabwehr geschwächt und das Ansteckungsrisiko erhöht wird.

... mehr lesen

6 Körpergewebe, die durch Naturstoffe regeneriert werden können

Für einige mag es überraschend sein, besonders für diejenigen mit einer rein schulmedizinischen Ausbildung, aber der Körpers befindet sich normalerweise in einem Zustand unaufhörlicher Regeneration. Ohne den Prozess des kontinuierlichen Zellumsatzes innerhalb des Organismus – Leben und Tod sind unaufhörlich miteinander verflochten – würde das Wunder des menschlichen Körpers nicht existieren.

... mehr lesen

Warum Glukoseeinschränkungen bei der Behandlung von Krebs unerlässlich sind

Durch die Erörterung der Mechanismen von Krebs und den Einfluss der mitochondrialen Funktion wird klar, dass herkömmliche Krebstherapien völlig falsch ansetzen. Bei der Bekämpfung von Krebs muss sehr strategisch vorgegangen werden, angefangen bei der Ernährung.

... mehr lesen

Krebs und die neue Biologie des Wassers

Könnten Tumore durch ein Problem mit dem Wasser in Ihren Zellen verursacht werden? Nach Ansicht von Dr. Thomas Cowan sind möglicherweise nicht Ihre Gene oder gar die Mitochondrien Ihrer Zellen die Hauptursache für die Bösartigkeit von Tumoren. Vielmehr könnte das Zytoplasma beziehungsweise die Struktur des Wassers in Ihren Zellen schuld daran sein.

... mehr lesen
Back to top