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Menschen, die an chronischen Schmerzen leiden, stehen vor einer schwierigen Entscheidung. Entweder sie riskieren eine belastende Abhängigkeit von Opioiden oder sie finden einen Weg, mit den Schmerzen zu leben. Eine klinische Studie hat sich auf medizinischen Cannabis als Alternative zu Opioiden konzentriert. Die Ergebnisse könnten ein Wendepunkt hin zu einer sicheren, pflanzlichen Alternative zur Schmerzbekämpfung sein.

Auf einen Blick
  1. Schätzungsweise 100 Millionen Amerikaner (über 3,25 Millionen Deutsche) sind von chronischen Schmerzen betroffen. In den Vereinigten Staaten werden die jährlichen Kosten für das Gesundheitssystem auf 560 bis 635 Milliarden Dollar geschätzt – eines der größten Probleme des Gesundheitssystems.
  2. Eine Studie dürfte Millionen von Schmerzpatienten Hoffnung schenken: Medizinisches Cannabis kann chronische Schmerzen ohne Nebenwirkungen signifikant reduzieren. Unter anderem bei Erkrankung wie Krebs, Multipler Sklerose, Parkinson, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und posttraumatischer Belastungsstörung.
  3. Eine weitere Studie zeigte, dass Cannabis Schmerzen im Vergleich zu Placebo um mehr als 30 Prozent gegenüber dem Ausgangswert reduzierte, ohne dass es zu ernsthaften Nebenwirkungen kam.

Medizinisches Cannabis ist sicher und wirksam

Eine im European Journal of Internal Medicine veröffentlichte Studie dürfte Millionen von chronischen Schmerzpatienten Hoffnung schenken. Forscher des Klinischen Cannabis-Forschungsinstituts am Medizinischen Zentrum der Universität Soroka und der Ben-Gurion-Universität des Negev (BGU) stellten fest, dass medizinisches Cannabis chronische Schmerzen ohne Nebenwirkungen signifikant reduzieren kann, insbesondere bei Erwachsenen ab 65 Jahren. Die Verwendung von Cannabis, auch bekannt als medizinisches Marihuana, erwies sich als sicher und wirksam bei älteren Patienten, die aufgrund einer anderen Erkrankung wie Krebs, Multipler Sklerose, Parkinson, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und posttraumatischer Belastungsstörung unter Schmerzen leiden.

Einer der Forschungsleiter dieser Studie, Prof. Dr. Victor Novack, ist Professor für Medizin an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der BGU (FOHS) und hat gleichzeitig den Lehrstuhl für Innere Medizin an der BGU inne. Er leitet auch das Soroka Cannabis Clinical Research Institute. Laut Prof. Novack, M.D:

»Ältere Patienten stellen eine große und wachsende Gruppe von Konsumenten von medizinischem Cannabis dar, [aber] nur wenige Studien haben sich mit den Wirkungen des medizinischen Cannabis auf diese spezielle Gruppe befasst – Menschen die auch an Demenz, häufigen Stürzen, Mobilitätsproblemen sowie Hör- und Sehbehinderungen leiden können.«1

Studienergebnisse belegen die Wirksamkeit

Im Rahmen der Studie wurden 2.736 Patienten im Alter von 65 Jahren und älter zu Beginn der medizinischen Cannabisbehandlung und während des gesamten 33-monatigen Studienzeitraums befragt. Erhebungen ergaben, dass die häufigsten Indikationen für den Einsatz von Cannabis Schmerzen (66,6 Prozent) und Krebs (60,8 Prozent) waren. Zu den Methoden der Einnahme gehörten mit Cannabis angereicherte Öle sowie das Rauchen oder Verdampfen des Krauts. Nach einer 6-monatigen Cannabistherapie legten die Forscher einen Kontrollfragebogen vor, mit dem versucht wurde, Veränderungen der Schmerzintensität und der Lebensqualität sowie etwaige unerwünschte Nebenwirkungen, die aufgetreten waren, festzustellen. 901 der ursprünglichen Befragten antworteten.

Nach 6-monatiger medizinischer Marihuana-Behandlung (alle Statistiken sind +/-):

  • 94 Prozent berichteten über einen verbesserten Gesamtzustand und eine 50-prozentige Verringerung der Schmerzen.
  • 60 Prozent berichteten über eine verbesserte Lebensqualität, von »schlecht« oder »sehr schlecht« bis »gut« oder »sehr gut«.
  • 70 Prozent berichteten über eine moderate bis signifikante Verbesserung ihres Zustands.
  • 20 Prozent der Befragten stellten die Einnahme von Opioiden ein oder reduzierten ihre Dosis.

Bemerkenswert ist, dass die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sehr mild waren: Schwindel (9,7 Prozent) und Mundtrockenheit (7,1 Prozent), weit entfernt von dem hohen Prozentsatz der opioidbedingten Todesfälle, die mit chronischen Schmerzen in Verbindung gebracht werden.2 Die BGU-Forscher glauben, dass der Konsum von Cannabis den Gebrauch anderer verschreibungspflichtiger Medikamente, einschließlich Opioiden, verringern und weitere Forschung zu dieser pflanzlichen Alternative fördern kann, insbesondere im Hinblick auf eine alternde Bevölkerung.

Chronische Schmerzen – die unsichtbare Krankheit

Chronische Schmerzen sind ein Problem, von dem schätzungsweise 100 Millionen Amerikaner (Anmerkung d. Red.: In Deutschland waren es im Jahr 2014 3,25 Millionen, Tendenz steigend.) betroffen sind.3 Es ist auch eines der größten Probleme der öffentlichen Gesundheit in den Vereinigten Staaten mit geschätzten Kosten für die Gesellschaft in Höhe von jährlich 560 bis 635 Milliarden Dollar, was einem Betrag von etwa 2.000 Dollar für jede in den USA lebende Person entspricht.4

Inzwischen stirbt aufgrund der wachsenden Opioidepidemie in den USA 1 von 550 chronischen Opioidkonsumenten innerhalb von 3 Jahren nach der ersten Verschreibung von Opioiden.5 Während von Ärzten nur selten natürliche Alternativen zu den mitunter tödlichen Opiaten angeboten werden, könnte medizinisches Marihuana die Substanz sein, die diese sinnlose Lücke schließt. Es gibt immer mehr vielversprechendere Forschungsergebnisse, die das medizinische Establishment nicht länger ignorieren kann.

Die Neuropathie ist eine Art chronischer Schmerz, der sich als Kribbeln und Taubheit in Händen und Füßen äußert und oft auf Nervenschäden als Folge einer Krebserkrankung oder Diabetes zurückzuführen ist. Eine 2017 durchgeführte Metaanalyse früherer Studien zur Neuropathie ergab, dass Cannabis, insbesondere ausgewählte Isolate, die als Cannabinoide bezeichnet werden, bei Patienten mit chronischer Neuropathie schmerzstillende Wirkung haben können. Cannabis kann auch als Ergänzung zu anderen Schmerztherapien eingesetzt werden, wodurch die Menge an gefährlichen synthetischen Medikamenten, die zur Schmerzlinderung erforderlich ist, potenziell verringert werden kann. In einer Studie über die Opioid-Sparwirkung von Cannabinoiden wurde festgestellt, dass bei der Verabreichung von Cannabinoiden mit Opioiden, insbesondere Morphin, fast viermal weniger Morphin benötigt wurde, um die gleiche schmerzstillende Wirkung zu erzielen. Dies stellt einen weiteren Beleg für Cannabis als Mittel zur Verringerung der Fälle von Opiatabhängigkeit und Tod dar.

Alte Glaubenssätze überwinden

Während der gesellschaftliche Umgang mit Cannabis überaus vielschichtig ist, wird die Wahrheit dieser wunderbaren Pflanze immer offensichtlicher: Sie heilt den menschlichen Körper. Die Tatsache, dass sie dies tut, ohne dass eine Warnanzeige vor schwerwiegenden unerwünschten Nebenwirkungen notwendig wäre, beweist, dass Cannabis die Zukunft der Medizin ist. Während klinische Studien in den Vereinigten Staaten aufgrund der Einstufung von Cannabis als kontrollierte Substanz (das heißt, die Substanz hat keinen medizinischen Wert) behindert wurden, haben andere Länder bei der Thematik die Nase vorn. Eine britische Studie, die darauf abzielte, chronische Schmerzen bei Patienten mit fortgeschrittenem Krebs, die Opioide nicht völlig absetzen konnten, zu verringern, ergab, dass ein Cannabisextrakt, der aus THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) – zwei der aktiven Bestandteile von Cannabis – besteht, die Schmerzen im Vergleich zu Placebo um mehr als 30 Prozent gegenüber dem Ausgangswert reduzierte, ohne dass es zu ernsthaften Nebenwirkungen kam.

Über den Bereich der chronischen Schmerzen hinaus hat sich gezeigt, dass Cannabis Personen, die mit posttraumatischem Stress umgehen, positiv unterstützt. Auch bei den oft lähmenden Nebenwirkungen von entzündlichen Darmerkrankungen, auch Morbus Crohn genannt hat sich Cannabis bewährt. Es kann diese wirksam lindern. Isolate aus der Cannabispflanze haben sich als vielversprechend bei der Behandlung von »unheilbaren« Krankheiten wie der Basedow-Krankheit und Hirntumoren erwiesen und wirken besser als herkömmliche Medikamente gegen Alzheimer. Bei so vielen Beweisen für einen tiefgreifenden medizinischen Wert wird die Gesetzgebung, die auf alten Kontrollmechanismen beruht, den Trend nicht lange aufhalten. Es gibt einfach zu viele gesundheitliche Vorteile der Cannabispflanze.

Dieser Artikel erschien erstmals am 30. September 2020 auf GreenMedinfo.

Quellen & weiterführende Informationen

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