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Social Distancing als Schutz vor Ansteckung mit Coronaviren – Experten bezweifeln mittlerweile, dass die Kontaktbeschränkungen wirklich sinnvoll sind. Verschiedene Untersuchungen zeigen vielmehr, dass die Virenabwehr geschwächt und das Ansteckungsrisiko erhöht wird.

Auf einen Blick
  1. Die krankmachenden Auswirkungen von Isolation und Einsamkeit werden zunehmend von Wissenschaftlern nachgewiesen. Häufige Auswirkungen sind psychische Beeinträchtigungen wie Depressionen, Ängste oder Verzweiflung.
  2. Wer ohnehin schon lange alleine lebt ist am schlimmsten betroffen, wenn seine Kontakte plötzlich völlig versiegen. Einsamkeit kann tatsächlich lebensbedrohlich sein: Denn selbst die Sterbewahrscheinlichkeit nimmt zu, manchmal sogar bis zu 50 Prozent.
  3. Direkte gesundheitliche Auswirkungen von Isolation und Social Distancing können Herzinfarkt, Bluthochdruck und Schlaganfall sein. Neue Studien belegen, dass sogar die Aktivität von Genen beeinflusst werden kann und dadurch unter anderem die Abwehrkräfte geschwächt werden

Wissenschaftlich nachgewiesen: Einsamkeit macht krank

Es ist keine Binsenweisheit: Einsamkeit macht krank! Was oft einfach so dahergeredet wird, hat mittlerweile auch einen imposanten wissenschaftlichen Unterbau. Weltweit sind Forscher dabei, herauszufinden, was Einsamkeit mit der physischen und psychischen Gesundheit der Menschen macht. Die Ergebnisse sind bestürzend und zeigen sich gerade jetzt während und nach den Ausgangsbeschränkungen und Vorschriften für Social Distancing im Rahmen der Coronainfektionen mit schonungsloser Härte.

Unvergessen sind die Bilder, die in den Medien zu sehen waren: Die 100-jährige Dame in einer Senioreneinrichtung, die mit verständnislosem Blick ihren Geburtstag hinter einer Plexiglasscheibe getrennt von der Familie beging. Die verzweifelte Tochter, die nach mehrwöchigem Kontaktverbot endlich wieder ihre demenzkranke Mutter besuchen durfte und plötzlich nicht mehr erkannt wurde.

Die allein lebende Berufstätige, die von heute auf morgen zur Tätigkeit im Homeoffice verbannt wurde und sich bitter beklagte, dass ihre seit Jahren gewohnten Tagesstrukturen sich vollständig aufgelöst hätten und sie deshalb unter quälender Orientierungslosigkeit leide. Das alles sind Einzelschicksale, aber dennoch leider keine Seltenheit zur Zeit des Social Distancing.

Depressionen, Ängste und Verzweiflung nehmen zu

Seit dem Ausbruch der Coronapandemie und den darauf angeordneten Hygienemaßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen, haben sich die Anrufe bei vielen Telefonseelsorgen nahezu verdoppelt. In aktuellen Studien wurde ein deutlicher Anstieg von Depressionen und Angstzuständen unter den Menschen festgestellt.1 Die eigentlich zum Schutz vor Infektionen verordnete Isolation macht die Menschen krank.

Aus der Weltraumforschung mit Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS zum Beispiel ist bekannt, dass sich die Wochen oder Monate andauernde Abgeschiedenheit auf das Immunsystem auswirkt. Und zwar in Form von plötzlich eintretenden Überaktivitäten des Immunsystems, wie der Stressforscher Professor Alexander Choukér von der Ludwig-Maximilian-Universität in München feststellte.2 Astronauten, die vollkommen gesund auf die Raumstation gegangen sind, wiesen nach ihrer Rückkehr plötzlich Nahrungsmittel- und Kontaktallergien auf, für die es keinerlei begünstigende Vorerkrankung gab.

Am schlimmsten trifft es Alleinlebende

Besonders hart treffen die aufgrund der Coronapandemie verhängten Kontaktbeschränkungen Menschen, die ohnehin schon alleine leben. Das sind in Deutschland immerhin 27 Prozent3 aller Haushalte.

Bei den Alleinlebenden kommt es durch die Isolation verstärkt zu Depressionen, Angstzuständen, Wut, Schlafstörungen oder bohrenden Sorgen und Zukunftsangst aufgrund der aufgezwungenen Einsamkeit.

Diese Probleme sind keine schnell wieder verschwindenden Beeinträchtigungen, sondern können laut Professor Steffi G. Riedel-Heller, Direktorin des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health der Universität Leipzig, noch Monate oder Jahre nachwirken.4

Verstärkt wurden die Symptome, je länger die Isolation anhielt. Auffallend für Dr. Solveigh Hilliard, Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Fulda ist überdies, dass viele Betroffene beklagen, das Gefühl von Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein während des Social Distancing mache sie traurig oder wütend.5 Sie empfinden ihre Situation als bedrohlich und es fällt ihnen schwer, ihre Lage richtig einzuschätzen.

Körperliche Schäden aufgrund von Isolation

Doch nicht nur psychisch, auch physisch drohen schwere Schäden durch Quarantäne und Isolation. So konnte Julianne Holt-Lunstad, Psychologin an der Brigham-Young-Universität in Provo im US-Bundesstaat Utah, in einer der umfangreichsten jemals zu diesem Thema ausgewerteten Metaanalysen mit 70 Studien feststellen,6 dass die Abgeschiedenheit und Einsamkeit während einer Quarantäne das Sterberisiko ansteigen lässt.

Beobachtet wurden in 70 Einzelstudien mehr als 3,4 Millionen Teilnehmer über durchschnittlich 7 Jahre hinweg. Das erschütternde Ergebnis: Die Wahrscheinlichkeit, während des Beobachtungszeitraums zu sterben, nahm für diejenigen, die sich einsam fühlten, um 26 Prozent zu. Für diejenigen, deren soziale Kontakte eingeschränkt wurden, stieg die Sterbewahrscheinlichkeit um 29 Prozent und für diejenigen, die plötzlich vollkommen allein leben mussten, sogar um 32 Prozent.

Zunahme von Herzinfarkt und Schlaganfall

Ebenfalls eine deutliche Steigerung des Entstehungsrisikos für verschiedene körperliche Krankheiten aufgrund von Einsamkeit und Isolation konnte Dr. Vivek Murthy feststellen. Der Chirurg war unter der Regierung von Barack Obama der »Surgeon General« der Vereinigten Staaten, so etwas wie der Oberste aller Ärzte. In seinem Ende April 2020 erschienenen Buch Together: The Healing Power of Human Connection in a Sometimes Lonely World beschreibt er die Auswirkungen der Isolation in Zeiten von Corona als Entstehungsursache für koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Bluthochdruck und Demenz.7 Er kritisiert, dass unter dem Lockdown oft Tage oder Wochen verstreichen, ohne dass andere Menschen gesehen oder getroffen werden können. Die Isolation lässt nach den Erkenntnissen des Arztes ebenfalls das Sterberisiko deutlich ansteigen. Im Vergleich zu Personen mit starken sozialen Bindungen sogar um etwa 50 Prozent.

Livia Tomova und Rebecca Saxe, Neurowissenschaftlerinnen am Massachusetts Institute of Technology, untersuchten die Auswirkungen von Einsamkeit und Isolation auf das menschliche Hirn mit der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT). An den Aufnahmen stellten sie fest, dass im Hirn Areale reagierten, welche ein starkes Verlangen auslösten – direkt vergleichbar mit dem Verlangen nach Essen und Trinken.8 Die Sehnsucht nach Kontakt mit anderen ist also ebenso essenziell wie Hunger und Durst. Wird dieses Bedürfnis nicht erfüllt, stirbt der Mensch, weil er verhungert oder verdurstet. So ist es zu erklären, dass bei Einsamkeit und Isolation die Sterbewahrscheinlichkeit zunimmt, wenn das damit verbundene Verlangen nach menschlichen Kontakten nicht befriedigt wird.

Einsamkeit kann sogar Genveränderungen bewirken

Das Schlimmste an den durch Einsamkeit, Isolation und Quarantäne hervorgerufenen Veränderungen aber ist, dass es über die psychologischen Belastungen zu Genveränderungen kommen kann, die sich über mehrere Generationen vererben. »Sinneswahrnehmungen und Gedanken werden mit Emotionen verbunden, die über neuronale Netzwerke und Hormone die Aktivität der Transkriptionsfaktoren steuern«, beschreibt Professor Pierre J.A. Capel, emeritierter Professor für experimentelle Immunologie an der Universität Utrecht in Holland. Transkriptionsfaktoren sind Proteine, die als eine Art DNA-Schalter die Aktivität von hunderten Genen verändern.

In Studien wurde dazu festgestellt, dass über diese DNA-Schalter während Phasen von Einsamkeit über die Veränderung der Genaktivität mehr als 200 lebenswichtige Körperfunktionen beeinflusst werden.9 Unter anderem wurde die Funktion des Immunsystems durch eine verminderte Aktivität der entzündungshemmenden Prozesse deutlich eingeschränkt, was das Risiko für Entzündungskrankheiten erhöht. Social Distancing kann also schwere Gesundheitsschäden verursachen, was nach Ansicht des Wissenschaftlers bei der Verhängung kontaktbeschränkender Maßnahmen viel zu wenig berücksichtigt wird. Vielmehr kann damit sogar das Gegenteil von dem erreicht werden, was eigentlich beabsichtigt ist.

Die erhöhte Anfälligkeit für chronische Entzündungen aufgrund der veränderten Genaktivität führt dazu, dass die Abwehr von Viren – auch des Coronavirus – geschwächt wird, stellte Steven Cole, Professor für Medizin an der University of California in Los Angeles, fest.10 Der Grund dafür ist, dass die dringend benötigten Abwehrzellen nicht mehr ausreichend reifen, sondern vermehrt unreife Abwehrzellen vorliegen.

Werden Menschen nach dem Social Distancing mit Coronaviren angesteckt, ist die Auswirkung umso gravierender, da die Viren vom geschwächten Immunsystem nur noch eingeschränkt abgewehrt werden können.

Werner Meidinger

Ob das die beabsichtigte Auswirkung des Social Distancing ist? Zumindest sollte es ein Grund sein, darüber einmal eingehend nachzudenken.

Quellen & weiterführende Informationen

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